Sterbende Videotheken: Pamela verliert gegen das Internet - DER SPIEGEL
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Pamela verliert gegen das Internet

Pamelas Zettel: "Wir haben es lange versucht, aber das Internet hat gewonnen"
Pamelas Zettel: "Wir haben es lange versucht, aber das Internet hat gewonnen"

Pamelas Zettel: "Wir haben es lange versucht, aber das Internet hat gewonnen"

Foto: Frauke Lüpke-Narberhaus
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"Wann müsst ihr raus", fragt die Kundin. "In einer Woche", sagt Pamela. "Das ist zum Kotzen", sagt die Kundin und geht.

"Wieso macht ihr zu?" "Es ist so schade, dass ihr schließt!" "Das tut mir so leid!" Solche Sätze, sagt Pamela, höre sie derzeit zig Mal am Tag. Auch von jenen, die schon seit Jahren kein Video mehr ausgeliehen haben, die sich schon längst ihre Filme im Internet besorgen, die das, was sie jetzt bedauern, selbst verursacht haben.

Seit zehn Jahren arbeitet Pamela in der Videothek im Hamburger Schanzenviertel, seit fünf Jahren kommen immer weniger Kunden. Anfang des Jahres schrieb sie dann diesen Zettel und hängte ihn im Geschäft am Schulterblatt auf: "Hallo liebe Kunden, nun ist leider Schluss. Wir haben es lange versucht, aber das Internet hat gewonnen." Der Räumungsverkauf läuft, von den rund 5000 Filmen sind noch ein paar Dutzend übrig, im Regal hinter Pamela liegt noch Schokolade. Ansonsten viel Leere.

Pamela ist ein bisschen traurig, nicht verzweifelt oder verbittert. Menschen seien eben bequem, es sei nun mal praktisch alles im Internet zu bestellen. Aber es sei auch kalt und mache einsam. Die Filmauswahl im Internet sei viel schlechter, sagt Pamela, die Inspiration und die besonderen Filme gingen verloren. Und überhaupt, wer berät einen denn schon im Internet?

Sie selbst, sagt sie, habe noch keinen Film im Netz geschaut. Nur manchmal diese amerikanischen Serien, das müsse sie zugeben. Anders könne sie die nun mal nicht sehen.

Inzwischen ist der Laden geschlossen. Eine neue Arbeit hat Pamela noch nicht. Sie habe viele Bewerbungen geschrieben, sagt sie. Nur bei einer Videothek hat sie es nicht versucht.

Wandel im Hamburger Schanzenviertel: Früher Videothek, jetzt "Kauf Dich glücklich"

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Foto: Frauke Lüpke-Narberhaus
Foto: Frauke Lüpke-Narberhaus


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