Steuerhinterziehung: Becker muss vor den Kadi - DER SPIEGEL
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Steuerhinterziehung Becker muss vor den Kadi

Im Steuer-Ermittlungsverfahren gegen Boris Becker hat die Münchner Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Sie wirft dem Ex-Tennisstar vor, insgesamt 4,8 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm sogar eine Gefängnisstrafe.
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München - Der Leiter der Behörde, Manfred Wick, bestätigte am Samstag, dabei gehe es ausschließlich um Steuerdelikte. Unter Hinweis auf das Steuergeheimnis lehnte der Leitende Oberstaatsanwalt deshalb jede Nennung weiterer Einzelheiten ab. Die Anklage sei vor dem Landgericht München I erhoben worden, das jetzt über die Anklagezulassung und gegebenenfalls über einen Prozess-Termin zu entscheiden habe. Einen Zeitrahmen dafür nannte Wick nicht.

In früheren Medienberichten über das Ermittlungsverfahren war von deutlich höheren Summen die Rede. Danach sollte Becker dem deutschen Fiskus durch eine vorgetäuschte Verlegung seines Wohnsitzes nach Monaco rund 16,9 Millionen Euro vorenthalten haben.

Eine Bestätigung für diese Zahlen gab es bei den Behörden wegen des Steuergeheimnisses aber auch früher schon nicht. Bislang ist auch unklar, wie viel Geld Becker möglicherweise dem deutschen Fiskus zurückzahlen muss. Seine Anwälte verhandelten noch über die genaue Höhe.

Sollte es zu einem Prozess kommen, könnte dem 34-jährigen Multimillionär Becker im Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe drohen. Steuerhinterziehung gilt unter Juristen nicht als Kavaliersdelikt und wird von den Gerichten unnachsichtig verfolgt. Zu Nachforderungen des Fiskus könnten noch Verzugszinsen in Millionenhöhe hinzukommen.

Auch durch Nachzahlung von Steuern könnte sich Becker vermutlich nicht vor einem Prozess schützen. "Mit einer Nachzahlung kann man sich auf keinen Fall frei kaufen", hatte ein Experte der Münchner Steuerbehörden schon während des Ermittlungsverfahrens betont. Es könne jedoch zu einer geringeren Strafe kommen. Die Steuerfahnder sollen die Münchner Staatsanwaltschaft mit einem mehr als 300 Seiten dicken Bericht umfangreich munitioniert haben.

In einem Steuerprozess kommen auch die Einkünfte offen zur Sprache. Eine Offenlegung seiner Einkommensquellen hatte der einstige Tennisstar, dessen Vermögen Anfang 2001 angeblich bei rund 200 Millionen Mark lag, bereits im Prozess gegen seine frühere Frau Barbara in Miami verhindern wollen. Deshalb einigte er sich damals außergerichtlich mit ihr über Unterhalt und Sorgerecht für die Söhne Gabriel und Elias Balthasar.