Steuerhinterziehung: Patrick Lindner will Urteil anfechten - DER SPIEGEL
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Steuerhinterziehung Patrick Lindner will Urteil anfechten

Patrick Lindner will die Verurteilung wegen Steuerhinterziehung nicht hinnehmen. Der Schlagersänger kündigte an, die Entscheidung des Münchner Amtsgerichts anzufechten, das ihn zu einer Geldstrafe von 432.000 Euro verurteilte.
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München - Mit der Höhe der Geldstrafe blieb das Amtsgericht dabei nur wenig unterhalb der Forderung der Staatsanwältin, die 504.000 Euro Strafe verlangt hatte.

Patrick Lindner will sich dieses Urteil nicht gefallen lassen. "Ich bin sprachlos. Ich habe mit so einem Urteil zuvor nicht gerechnet", sagt der 43-Jährige nach der Verhandlung. Auch sein Lebensgefährte Michael Link kündigte Rechtsmittel an. "Wir lassen uns dieses Urteil nicht gefallen", so Link, der den Sänger managt.

Der Richter folgte in seiner Entscheidung der Darstellung der Anklage, wonach Patrick Lindner von Beginn an mit seinem Freund und Manager Michael Link in dem Haus im Nobelvorort Grünwald gewohnt hatte. Die Villa sei nur zum Schein vermietet worden, der Schlagerstar habe so ingesamt mehr als 160.000 Euro an der Steuer vorbeigeschleußt.

Das Gericht befand, dass die beiden Männer damals auch privat ein Paar waren und nicht erst 1996 zusammenzogen. Der Schlagersänger hatte behauptet, zwischen 1993 und 1996 seine Villa an seinen Lebensgefährten vermietet und selbst in einer Dachauer Wohnung gelebt zu haben. Das Gericht glaubte ihm diese Version nicht.

Deshalb durfte Lindner die Verluste von rund 400.000 Euro nicht steuermindernd geltend machen, die er für den Bau, die komplette Inneneinrichtung und sogar Blumentöpfe und Bettwäsche angegeben hatte.

Während der Verhandlung ging der Vorsitzende Richter Stephen Kroner den Schlagerstar und seinen Freund mehrfach scharf an. "Ich glaube Ihnen kein Wort", sagte Kroner zu Link mit dem Verweis auf dessen Biografie "Ein Lebenstraum wird wahr". Dort hatte Lindners Freund behauptet, er und der Sänger seien bereits seit 1992 ein Paar gewesen. Link hatte diese Darstellung im Buch im Prozess als "gelogen" bezeichnet.