Stichwort: Neigetechnikzüge - DER SPIEGEL
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Stichwort Neigetechnikzüge

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Neigetechnikzüge legen sich wie ein Motorradfahrer in die Kurven. Die Fahrgäste spüren die Fliehkräfte nicht mehr so stark, der Zug kann mit einer bis zu einem Drittel höheren Geschwindigkeit fahren.

Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Systeme: Bei der passiven Neigetechnik, wie sie etwa im spanischen "Talgo Pendular" verwendet wird, sorgt die Fliehkraft in den Kurven für die Neigung der Wagen. Aktive Neigetechnikzüge verfolgen die Krümmung der Gleise und legen sich automatisch schief. Beim schwedischen "X-2000" und dem italienischen "Pendolino" (VT610) erfolgt dies hydraulisch, bei dem wegen zahlreicher Pannen in die Schlagzeilen gekommenen deutschen "Neitech" VT611 von Adtranz elektrisch. Ebenfalls elektromechanisch wird der Zug bei einer Entwicklung von Siemens geneigt, die im neuen ICE-T mit Dieselantrieb eingesetzt wird. Diese Züge verkehren seit Beginn des Sommerfahrplans zwischen Nürnberg und Dresden.

Fiat brachte seinen "Pendolino" 1988 auf die Schiene und verkaufte den Erfolgszug bislang in elf europäische Länder. Der Marktführer hat auch den ICT mit Elektroantrieb mitentwickelt, einen 230 Kilometer schnellen Neigetechnikzug für Fernstrecken. Adtranz hat inzwischen die Weiterentwicklung des VT611, den VT612, vorgestellt.