Stichwort: Plutonium als Gesundheitsgefahr - DER SPIEGEL
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Stichwort Plutonium als Gesundheitsgefahr

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Plutonium ist ein besonders giftiges radioaktives Schwermetall. Die Reichweite der Strahlung beträgt zwar nur etwa vier Zentimeter und ist damit so gering, dass Haut oder Kleidung nicht durchdrungen werden. Wenn Plutonium jedoch eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen wird, dann ist es eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Bei 50 Milligramm eingeatmetem Plutonium stirbt bereits jeder zweite Mensch sofort.

Wenn der Stoff mit Nahrungsmitteln in den Körper gelangt, wird er zu 99 Prozent wieder ausgeschieden. Nur ein ganz geringer Anteil gelangt aus dem Magen-Darm-Trakt in andere Körperteile. Eingeatmetes Plutonium belastet zunächst die Lunge und wandert dann ins Knochengewebe und in die Leber.

Das Schwermetall hat eine Halbwertzeit von rund 24.000 Jahren, das heißt, nach dieser Zeit ist erst die Hälfte der Radioaktivität abgeklungen. Je höher die Strahlendosis ist, desto schwerer ist der Schaden. Spätschäden, die schon durch geringe Strahlendosen hervorgerufen werden können, sind mitunter erst nach vielen Jahren sichtbar. Die Strahlung tötet in diesem Fall keine Körperzellen, sondern verändert die genetische Information. Dann kann es zu einem unkontrollierten Zellenwachstum kommen, also zu Krebs.

Kurzfristig erkennbare Strahleneinwirkungen treten auf, wenn Zellen abgetötet werden. Für die Gesundheit haben sie nur dann eine Bedeutung, wenn viele Zellen betroffen sind. Um zum Beispiel die Lunge zu schädigen, muss die Plutonium-Belastung binnen weniger Tage mehrere Sievert übersteigen. Sievert ist das Maß für die Dosis eines radioaktiven Stoffes, die der Mensch aufnimmt.

Der Grenzwert für die zulässige radioaktive Belastung der Bevölkerung liegt laut neuer Strahlenschutzerordnung (voraussichtlich ab 1. August gültig) bei einem Millisievert pro Jahr. Für Menschen, die im Beruf Strahlung ausgesetzt sind, beträgt er dann 20 Millisievert.