Stichwort Regionaljet Avro RJ100 "Jumbolino"
Berlin - Die vierstrahlige Avro RJ100 "Jumbolino" gehört zur Regionaljet-Familie des britisch-französischen Herstellers BAE Systems. Die je nach Auslegung etwa 100- bis 112-sitzigen Jets sind für kurze Strecken und besonders für kurze Start- und Landebahnen ausgelegt.
Die am Samstagabend beim Landeanflug auf den Zürcher Flughafen Kloten abgestürzte Maschine der Schweizer Crossair hatte 97 Sitze. Den Spitznamen "Jumbolino" (kleiner Jumbo) hat der Flieger von der Auslegung mit vier Triebwerken, was im Regional- und Kurzstreckenverkehr relativ selten ist. Sie ermöglicht ein differenziertes Management beim Energieverbrauch; dem stehen aber höhere Wartungskosten gegenüber. Im internationalen Luftverkehr fliegt der Hochdecker (bei solchen Flugzeugen "hängt" der Rumpf unter den Flügeln) seit 1993.
Die Crossair-Variante hat vier Triebwerke des Typs LF507-1F, die jeweils über eine Nutzleistung von 3.175 Kilowatt verfügen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 800 Kilometer pro Stunde. Rund 60 Stück des Musters sind im europäischen Passagierluftverkehr eingesetzt.
Der RJ100 und seine kürzeren Familienmitglieder RJ85 (für rund 85 Sitze) und RJ70 sind eine Weiterentwicklung des mehr als zwei Jahrzehnte alten Typs BAe 146, der unter anderem der britischen Königsfamilie gehört. Die Maschinen sind vor allem wegen ihrer Eignung für kurze Start- (1.200 Meter Minimum) und Landebahnen (1.140 Meter Minimum) beliebt.
Außerhalb des Kontinents haben sie bisher kaum Verbreitung gefunden. Das soll sich mit der Weiterentwicklung RJX100 ändern, die mit neuen Triebwerken ausgestattet ist. Sie hatte am 23. September ihren Erstflug und hat in einer kürzeren Variante bereits zu Testflügen in Amerika abgehoben.