Stichwort: Was ist Geflügelpest? - DER SPIEGEL
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Stichwort Was ist Geflügelpest?

Geflügelpest, die auch Vogelgrippe genannt wird, stellt für Verbraucher in der Regel keine Gefahr dar. Menschen, die mit lebendem Geflügel umgehen, sind jedoch gefährdet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die Klassische Geflügelpest (Hochpathogene Aviäre Influenza) ist eine hoch ansteckende, fiebrige Virenerkrankung. Sie ist seit 1878 bekannt und verläuft für 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere tödlich. Vor allem befällt sie Hühner und Puten, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner können betroffen sein. Wasservögel und Tauben erkranken seltener, Säugetiere gelten im Allgemeinen als nicht empfänglich.

Von der Seuche befallene Tiere bekommen Fieber, Atembeschwerden, Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen, Mattigkeit, Fressunlust und Durchfall. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt meist drei bis 14 Tage. Erkrankte Tiere legen keine Eier mehr. Sie können auch ohne vorherige Anzeichen plötzlich tot umfallen oder ersticken. Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier, über den Kot oder Betreuungspersonen sowie durch die Luft.

Für Menschen gilt das Virus im Allgemeinen als ungefährlich. Erst vor wenigen Wochen starb jedoch ein 57-jähriger Tierarzt in den Niederlanden an Lungenentzündung, die von Erregern der Geflügelpest verursacht worden war.

Mediziner raten Personengruppen, die mit an Geflügelpest erkrankten Vögeln in engen Kontakt kommen, Schutzkleidung zu tragen und sich impfen zu lassen, um eine Doppelinfektion mit den Grippeviren und dem Erreger der Geflügelpest zu verhindern. Außerdem wird die vorbeugende Einnahme eines antiviralen Medikaments empfohlen.

Geflügelpest ist anzeigepflichtig. Betroffene Gebiete müssen isoliert werden. Der Geflügelbestand wird getötet. Sperrbezirke werden eingerichtet. In diesem Bereich dürfen weder lebendes Geflügel noch Eier, Mist und Gülle transportiert werden. Für den Ausbruch in den Niederlanden, der jetzt auch Deutschland und Mitte April Belgien befallen hat, ist das Influenza-A-Virus (H7N7) verantwortlich.