Strafe genug - DER SPIEGEL
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INTERNET Strafe genug

• aus DER SPIEGEL 44/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Internet ist man anonym und nicht zu fassen - dachte der 27 Jahre alte Japaner Jun Matsubara, als er ein paar sehr hässliche Fotos ins Netz stellte. Matsubara hatte mit einer Schere seine Katze gequält, brüstete sich nun mit den Bildern und kündigte in einem Internet-Forum weitere Gewaltdokumentationen an - immer im Glauben, er habe seine Identität ungeheuer pfiffig verschleiert. Tatsächlich lassen sich etwa E-Mail-Adressen leicht fälschen, auch kann jeder sich mit falschem Namen in einem Forum . Allerdings lassen sich die Fälschungen auch genauso leicht enttarnen. Für Jun Matsubara, den Katzenquäler, stellte sich das sogar als strafmildernd heraus. Vergangene Woche wurde er zu sechs Monaten Haft verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung, weil der Richter fand, Matsubara sei eigentlich schon genug gestraft: Tierschützer hatten sehr schnell Matsubaras wahre Identität veröffentlicht und ihn und seine Familie in den Monaten vor dem Prozess mit Drohanrufen und bösen E-Mails terrorisiert.

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