Strahlenunfall: Radioaktive Kugel in Stahlwerk eingeschmolzen - DER SPIEGEL
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Strahlenunfall Radioaktive Kugel in Stahlwerk eingeschmolzen

Eine Eisenkugel, 20 Kilo schwer - der Schrotthändler wird ein hübsches Sümmchen dafür geben. Das müssen die Tunichtgute gedacht haben, als sie das Stück auf einer Baustelle in China mitgehen ließen. Wenig später schmolz ein Stahlwerk die Kugel ein - ohne zu ahnen, dass sich darin gefährliches radioaktives Material befand.
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Die fußballgroße Kugel mit Cäsium 137 hatten die Arbeiter in der Provinz Shanxi dazu genutzt, Eisenträger zu testen. Wer mit dem Material ungeschützt in Berührung kommt, riskiert Blutkrebs und Unfruchtbarkeit. Die Polizei setzte denn auch 5000 Yuan (500 Euro) Belohnung für jene aus, die Hinweise auf den Verbleib der Beute geben konnten. Doch ohne Erfolg.

Die unglückseligen Diebe verkauften die Kugel an einen Schrotthändler, der wiederum gab sie an ein Stahlwerk in der Stadt Fupin weiter, wo das Metallstück prompt eingeschmolzen wurde.

Seither herrscht in dem Ort Großalarm: Das Werk ist geschlossen, die Arbeiter mussten den Platz räumen, jeder wird medizinisch untersucht. Unklar ist, ob die Fabrik jemals wieder ihre Tore öffnen kann.

Nun fragen sich Polizisten und Funktionäre, wie es dazu kommen konnte, dass solch ein potenziell tödlicher Batzen so einfach auf einer Baustelle liegen gelassen werden konnte. Die Antwort dürfte lauten: Schlamperei.

Das passt zu anderen Meldungen in diesen Tagen: In der nördlichen Stadt Jilin starben bei einem Kaufhausbrand am vorigen Wochenende 53 Menschen, 71 wurden verletzt. Noch sind die Ursachen der Katastrophe unklar. Aber schon berichten Zeugen, das Gebäude sei schlecht verwaltet, das Löschgerät veraltet gewesen.

Schwere Unglücke, etwa die Gasexplosion in Chongqing Ende vergangenen Jahres, häuften sich in letzter Zeit so, dass Pekings Staatsrat sich jetzt mit der Sache befasste: Nun sollen die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land überprüft werden. Verantwortliche, so drohte Premierminister Wen Jiabao, würden bestraft.

Die Polizei in Fupin hat inzwischen drei Verdächtige festgenommen. Doch wichtiger als Strafe ist wohl die Frage, wie viele Menschen durch die Strahlen erkranken werden.

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