Sturmbilanz Das Wunder in der Südsee
Canberra - Durch den Zyklon "Zoe" seien auch auf der abgelegenen Pazifik-Insel Anuta keine Menschen getötet oder ernsthaft verletzt worden, sagte der australische Außenminister Alexander Downer am Dienstag. Dies habe die Besatzung eines Patrouillenbootes berichtet, die die Schäden auf der Salomonen-Insel untersuche. In den vergangenen Tagen hatten Rettungsteams bereits berichtet, dass die Einwohner der Nachbarinseln Tikopia und Mota Lava wohlauf seien.
Nachdem der Sturm am 29. Januar mit Windgeschwindigkeiten von 300 Kilometern in der Stunde über die Inseln gerast war, war das Schicksal ihrer rund 3700 Einwohner tagelang unklar. Es wurden Hunderte Tote befürchtet.
Die Folgen des Sturms seien auf Anuta nicht so schwer wie auf Tikopia, sagte Downer. Die Bewohner Anutas hätten für die kommenden drei Monate ausreichend Nahrungsmittel. Auch sei die Trinkwasserversorgung in Ordnung. Die Rettungsmannschaft habe in einer Schule eine medizinische Versorgungsstelle eingerichtet und die Funkverbindung wieder hergestellt. Die Funkverbindung zu den Inseln war seit November unterbrochen.
Downer sagte, ein drittes Schiff mit Hilfsgütern für die vom Sturm betroffenen Inseln solle am Dienstag von der Salomonen-Hauptstadt Honiara auslaufen. Die Fahrt zu den etwa tausend Kilometer südöstlich gelegenen Inseln kann bis zu drei Tage dauern. Die beiden ersten Versorgungschiffe waren eine Woche nach dem Sturm vor Tikopia eingetroffen. Die vulkanischen Inseln liegen rund 3000 Kilometer nordöstlich von Australien. Flugzeuge können auf ihnen nicht landen, da sie keine Pisten besitzen.