Sturmschäden Dennis wütet in den USA
Pensacola - Der ehemalige Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 195 Kilometern pro Stunde, der zuvor in Haiti und Kuba eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte, erreichte die Küste des US-Bundesstaates Florida am Sonntagnachmittag (Ortszeit). Bäume wurden ausgerissen, Strommasten kippten um und Häuser wurden beschädigt. "Viel Infrastruktur ist zerstört worden", sagte Kathleen Mitnacca von den Rettungsbehörden in Okaloosa.
Küstennahe Häuser mussten zum Teil angesichts steigender Wasserpegel evakuiert werden. Berichte über Todesopfer liegen bislang nicht vor. Die Behörden in Florida, Alabama und Mississippi hatten bereits am Samstag mehr als 1,2 Million Menschen aufgefordert, die Region zu verlassen.
Betroffen waren nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums vor allem die Strände von Pensacola und Navarre. Dort wurden meterhohe Wellen aufgeworfen, die Gischt in Höhe eines vierstöckigen Hauses versprühten. Innerhalb kürzester Zeit fiel in fast 400.000 Haushalten der Strom aus. Die Ortschaft St. Marks in Florida stand teilweise bis zu drei Meter unter Wasser.
Dennis war vor seinem Eintreffen an der US-Küste in der fünf Kategorien umfassenden Skala auf drei von zuvor vier zurückgestuft worden. "Ich bin erfreut, dass er etwas an Kraft verloren hat", sagte Gouverneur Jeb Bush. Allerdings sei die Differenz zwischen den Kategorien drei und vier gering. US-Präsident George W. Bush erklärte Florida, Alabama und Mississippi zu Katastrophengebieten.
In Kuba und Haiti waren 32 Menschen durch "Dennis" ums Leben gekommen. Arbeiter in Kuba machten sich daran, nach "Dennis" aufzuräumen. Trümmer, umgefallene Bäume, Straßenlaternen und Strommasten blockierten die Straßen in den betroffenen Städten. Der Großteil des Inselstaats mit elf Millionen Einwohnern war weiterhin ohne Strom - auch in der Hauptstadt Havanna.
Der Wirbelsturm am Golf von Mexiko traf auf Alabama und den Nordwesten Floridas, nur rund 80 Kilometer von dem Gebiet entfernt, in dem der Hurrikan "Ivan" vor zehn Monaten gewütet hatte.
Im Vergleich zu "Ivan" richtete "Dennis" in Florida aber nur mäßige Schäden an, wie die Einwohner erleichtert feststellten. Berichte über Tote gab es zunächst nicht. Im Golf von Mexiko hatte der Wirbelsturm zunächst deutlich an Kraft gewonnen und Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 230 Stundenkilometern erreicht. An Land verlor "Dennis" jedoch wieder etwas von seiner zerstörerischen Wut.