Südafrika: Bewaffnete überfallen WM-Journalisten in Hotel - DER SPIEGEL
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Südafrika Bewaffnete überfallen WM-Journalisten in Hotel

In der Nähe von Johannesburg haben Unbekannte mehrere europäische Journalisten überfallen, die über die WM berichten wollen. Die Täter entkamen unerkannt. Der Überfall befeuert die laufende Diskussion über die prekäre Sicherheitslage in Südafrika.
Ein Polizist sucht in der Nutbush Boma Lodge in Magaliesburg nach Fingerabdrücken.
Ein Polizist sucht in der Nutbush Boma Lodge in Magaliesburg nach Fingerabdrücken.

Ein Polizist sucht in der Nutbush Boma Lodge in Magaliesburg nach Fingerabdrücken.

Foto: Estela Silva/ dpa
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Magaliesburg - Gegen 4.30 Uhr in der Nacht zum Mittwoch schlichen sich Unbekannte in die in den Bergen von Magaliesburg gelegene, rund 120 Kilometer von Johannisburg entfernte Hotelanlage Nutbush Boma Lodge. Sie durchsuchten mehrere Zimmer nach Wertsachen, darunter auch die Räume von einem spanischen und mehreren portugiesischen Journalisten, die anlässlich der WM nach Südafrika gekommen waren.

Am Dienstagabend hatte die portugiesische Nationalmannschaft ihren letzten WM-Test in Johannesburg bestritten und dabei 3:0 gegen Mosambik gewonnen. In der Nacht wurden die Berichterstatter von der südafrikanischen Realität eingeholt.

Dem Fotografen Antonio Simone von der portugiesischen Zeitschrift "O Jogo" pressten die Bewaffneten eine halbe Stunde lang eine Pistole an die Schläfe. Mit den Worten "Sleep, sleep!" sollen die Einbrecher versucht haben, die anderen Hotelgäste zu beruhigen.

Dem Redakteur Miguel Serrano von der Zeitung "Marca" nahmen sie der spanischen Zeitung "El Mundo" zufolge 3000 Euro ab, stahlen außerdem seinen Pass, Mobiltelefon, Notebook und Kleidung - während er schlief. "Sie haben mir nur die schmutzige Wäsche und die Akkreditierung gelassen", so der Reporter.

Verletzt wurde bei dem Überfall laut ersten Angaben niemand. Zwar rückten 40 Polizisten an, allerdings erst, als die Täter schon geflohen waren. Ermittler sind derzeit dabei, Zeugen zu dem Vorfall zu befragen. Der Fußball-Weltverband FIFA wurde über den Vorfall informiert.

Das Hotel Nutbuh Boma Lodge ist nach außen durch einen Schutzwall gesichert, verfügt aber laut El Mundo über nur einen Wachmann. Man habe angemahnt, dass die Sicherheitslage zu wünschen übrig ließe, sagte Miguel Serrano dem spanischen Blatt, "aber wir dachten, es werde schon nichts passieren".

Fan-Park-Anwohner drohen FIFA mit Barrikade

Derweil haben Anwohner des offiziellen FIFA Fan Parks im WM-Ort Nelspruit dem Fußball-Weltverband angedroht, den Eingang zum Park-Gelände mittels einer Barrikade zu blockieren.

Einem Bericht der südafrikanischen Tageszeitung The Citizen zufolge protestieren sie dagegen, dass die örtlichen Organisatoren sich nicht an zuvor gemachte Zugeständnisse hielten. Demnach sollten 500 Anwohner ursprünglich für die Zeit der WM Passagierscheine erhalten, um problemlos auf ihre am Fan Park gelegenen Grundstücke zu gelangen.

Die Scheine jedoch seien niemals wie versprochen zugestellt worden, hieß es. Stattdessen seien die Bewohner am Montag aufgefordert worden, sie innerhalb von drei Tagen bei den Behörden abzuholen - aus ihrer Sicht unzumutbar.

n Nelspruit finden ab kommendem Mittwoch vier WM-Gruppenspiele statt, darunter auch die Begegnung Australiens mit den Serben in der deutschen Vorrundengruppe D am 23. Juni.

ala/sid