Südafrika Gewaltopfer drohen mit Massenselbstmord
Kapstadt - Der angekündigte Massenselbstmord soll die Aufmerksamkeit der Uno auf die Ausschreitungen in Südafrika lenken: Nach offiziell unbestätigten Zeitungsberichten hat es am Wochenende bereits erste Fälle gegeben, in denen Vertriebene sich zu ertränken versuchten. Die Zeitung "Cape Times" berichtet in ihrer Montagsausgabe, dass es sich bei den Betroffenen vor allem um Somalis gehandelt habe. Die Zeitung veröffentlichte das Foto eines Mannes, der von Rettungsschwimmern aus den Fluten geborgen worden war.
Einige Opfer der fremdenfeindlichen Gewalt sind nach einem ergebnislos verlaufenen Treffen mit einem Vertreter des regionalen Uno-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) am Wochenende bereits in einen Hungerstreik getreten.
Die meisten von ihnen fürchten erneute Übergriffe und wollen in ihre Heimat zurück. Im Rundfunk forderten Vertriebenen-Sprecher die Vereinten Nationen auf, "Experten aus Genf" zu schicken. Das Leben in den Lagern sei nicht menschenwürdig.
Bei den zweiwöchigen Gewaltexzessen sind bislang mindestens 62 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte weitere wurden verletzt, Zehntausende flohen in Todesangst in ihre Heimatländer oder suchten Schutz in Rathäusern und Polizeiwachen. Die Regierung hat die meisten inzwischen vorübergehend in besonders geschützten Lagern untergebracht.
han/dpa