Südafrika Hunderte Verletzte bei Zusammenstoß zweier Züge
Rettungskräfte am Unfallort: Zugkollision nahe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria
Foto: STRINGER/ AFPPretoria - Die Züge der Bahngesellschaft Metrorail waren unterwegs ins Zentrum von Pretoria: Beim Zusammenstoß zweier Vorortbahnen sind nahe der südafrikanischen Hauptstadt bis zu 300 Menschen verletzt worden. Nach Angaben des Betreibers fuhr ein Pendlerzug am Morgen kurz vor einem Bahnhof von hinten auf einen stehenden Zug auf.
Der Fahrer des auffahrenden Zuges sei mit lebensgefährlichen Verletzungen per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. Insgesamt gebe es rund 20 Schwerverletzte. Mehr als 200 Menschen seien mit Rettungswagen zu Krankenhäusern in Pretoria gebracht worden, so der Sprecher. Der Unfall ereignete sich in Atteridgeville, etwa zehn Kilometer westlich von Pretoria.
Unter den Verletzten waren demnach rund 50 Kinder, die mit den Zügen auf dem Weg zur Schule waren. Der Lokführer des auffahrenden Zuges war zunächst noch in seinem Führerhaus eingeklemmt. Rettungskräfte mussten das Wrack aufschneiden und konnten ihn erst zwei Stunden nach dem Unfall befreien.
Südafrikas Vorortzüge bringen jeden Tag mehr als zwei Millionen Bewohner der armen Vororte zur Arbeit in die Städte und wieder zurück. Ein Metrorail-Zug kann bis zu 2500 Pendler transportieren. Schienen, Züge und Signalanlagen sind in Südafrika oftmals veraltet, immer wieder kommt es deshalb zu Unfällen.
Südafrikas Verkehrsminister Ben Martins machte nach einem Besuch des Unglücksortes Kabeldiebe für die Kollision verantwortlich. Der Zugverkehr auf der Strecke war nach Angaben der Bahngesellschaft manuel koordiniert worden, nachdem wegen Kabeldiebstahls die elektrischen Signalanlagen ausgefallen waren. Die Bahngesellschaft betonte am Nachmittag jedoch, dass die genaue Ursache des Unglücks noch nicht bekannt sei.