Südafrika: Proteste nach Folter-Video - DER SPIEGEL
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Südafrika Proteste nach Folter-Video

Wütende Proteste in Südafrika: Weiße Studenten filmten sich dabei, wie sie schwarze Reinigungskräfte ihres Wohnheims, vier Frauen und einen Mann, demütigten und quälten. Zuvor hatten weiße Hochschüler gegen die Integration schwarzer Studenten demonstriert.
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Bloemfontein - Das Video ist schockierend: Vier weiße Studenten der "Free State"-Universität im südafrikanischen Bloemfontein filmten sich dabei, wie sie fünf schwarze Reinigungskräfte demütigten. Laut dem Online-Magazin "iol" sollen die männlichen Hochschüler die Angestellten, vier Frauen und einen Mann, in einem Wohnbereich der Universität zunächst genötigt haben, harten Alkohol zu trinken.

Später zwangen die Studenten ihre Opfer, darunter ein Mann über sechzig, auf die Knie. Das Putzpersonal musste aus Plastikeimern eine Fleischsuppe zu sich nehmen - zuvor hatten die Studenten Knoblauch darüber verteilt, dann hinein uriniert, berichtet "iol". Der Film soll bereits im September vergangenen Jahres gedreht worden sein, gelangte jedoch erst jetzt an die Öffentlichkeit.

Neben dem Inhalt des Videos sorgt auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung für Diskussionen: Offenbar soll auf dem Campus, auch in den Wohnheimen, die Integration schwarzer Studenten aktiver betrieben werden. Dagegen gab es vergangene Woche wütende Straßenkrawalle weißer Studenten in Bloemfontein. Sie verbrannten Autoreifen, warfen Schaufenster ein.

Offenbar waren die Studenten des "Reid"-Wohnheimes aufgerufen worden, einen Film zum Thema "Integration" zu drehen. Am Ende des Folter-Videos wird eine der Frauen gezwungen, dass schmutzige Geschirr abzuwaschen, dazu wird der Text eingeblendet: "Das halten wir von Integration."

In einer Protestschrift gegen das Video, die Gewerkschaftler und Studenten sowie Angestellte der "University of the Free State" der Universitäts-Leitung überreichten, wird dieses als "rassistischer Angriff auf eine Annäherung zwischen Schwarz und Weiß" gebranntmarkt.

Wie die südafrikanische Zeitung "The Times" in ihrer Internetausgabe schreibt, demonstrierten mittlerweile Hunderte auf dem Campus mit Plakaten gegen Menschenrechtsverletzungen und Gewalt.

Der Vize-Präsident der Universität, Professor Frederick Fourie, verurteilte das Video. Die "Free University" sei "kein Ort für Rassismus". Die Studenten im Video seien identifiziert und exmatrikuliert worden. Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet.

dek