Gewalttat von Unbekannten Zehn Mitglieder einer Familie in Südafrika erschossen
Tatort im südafrikanischen Pietermaritzburg
Foto: Rogan Ward / REUTERSUnbekannte Täter haben zehn Mitglieder einer Familie in ihrem Haus nahe der südafrikanischen Stadt Pietermaritzburg erschossen. Unter den Opfern befänden sich acht Frauen und zwei Männer, sagte Polizeisprecher Jay Naicker der Nachrichtenagentur dpa. Eine Gruppe bewaffneter Männer habe das Haus am Freitag gegen 4 Uhr gestürmt und die Familie im Schlaf überrascht. Das Motiv für die Tat blieb am Freitag zunächst unklar. Eine forensische Untersuchung sei eingeleitet worden. Polizeiminister Bheki Cele sei auf dem Weg zum Tatort, so Naicker.
Südafrika mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern ist auch bei Deutschen ein beliebtes Tourismusziel – vor allem wegen seiner vielen Nationalparks. Das Land weist jedoch eine hohe Kriminalitätsrate auf. Das Auswärtige Amt warnt etwa vor Überfällen im städtischen Umland. Das Ministerium empfiehlt, bei Überfällen keine Gegenwehr zu leisten, da die Täter zumeist bewaffnet sind. In den letzten Jahren hat es eine Reihe von Massenschießereien gegeben.
Im Januar wurden bei einer Geburtstagsfeier in der Südküstenstadt Gqeberha acht Menschen erschossen. Zwei unbekannte Täter sollen gegen 17.15 Uhr das Privatgrundstück gestürmt und das Feuer eröffnet haben. Vier weitere Personen wurden demnach schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Im Februar wurde einer der bekanntesten Rapper des Landes, der unter dem Namen AKA aufgetretene Musiker Kiernan Forbes, in Durban an der Ostküste des Landes erschossen. Er wurde gemeinsam mit einem weiteren Mann getötet, als beide von einem Restaurant zu ihrem Auto gingen. Zwei bewaffnete Verdächtige kamen laut Polizei von der anderen Straßenseite auf sie zu und schossen aus nächster Nähe. Das Motiv für die Tat war zunächst unklar.
Präsident Cyril Ramaphosa (African National Congress) hatte bei seiner Amtsübernahme 2018 einen Neuanfang für das afrikanische Land angekündigt. Der Politiker stand zuletzt jedoch wegen Korruptionsvorwürfen massiv in der Kritik.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, Durban läge im Nordosten des Landes. Tatsächlich liegt es an der Ostküste. Wir haben die Stelle korrigiert.