Geschenk an Zoo in Südafrika Antilopen werden nach Einreiseverbot eingeschläfert
Sitatunga-Antilope im Kölner Zoo (Archiv): Acht Tiere in Südafrika eingeschläfert
Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpaJohannesburg - Die Antilopen sollten ein Geschenk des Prager Zoos an die südafrikanischen Kollegen sein. Doch dann gab es offenbar Probleme mit dem Papierkram. Die Einreisebehörde am Flughafen O. R. Tambo nahe Johannesburg weigerte sich, die Tiere ins Land zu lassen. Tagelang warteten die acht Sitatunga-Antilopen in ihren Boxen am Airport.
Schließlich machten die Behörden kurzen Prozess. Wie das tschechische Blatt "Pravo" und die südafrikanische Boulevardzeitung "Citizen" berichten, wurden die Antilopen eingeschläfert.
Laut "Citizen" hatten die Tiere keine gültigen Dokumente. Dies sei bei drei Kontrollen, darunter in Frankfurt, nicht aufgefallen. Die Antilopen seien dann am 1. August in Johannesburg eingetroffen.
Der Direktor des Prager Zoos, Miroslav Bobek, bestritt das Fehlen von Papieren: "Unsere Mitarbeiter haben mehrfach nachgefragt, ob das wirklich alles ist." Er werde sich bei der Weltorganisation der Zoos (WAZA) über das entsetzliche Vorgehen Südafrikas beschweren.
Dem Bericht des "Citizen" zufolge war tagelang nicht klar gewesen, wie mit den Tieren zu verfahren sei. Demnach konnten sie die Rückreise nicht antreten, in Südafrika lehnten Tierärzte ab, die Antilopen einzuschläfern. Schließlich hätten sich die Tiere in sehr schlechter Verfassung befunden. Sie seien dehydriert gewesen, einige seien zusammengebrochen.
"Das ist eine Tragödie", sagte eine Sprecherin der südafrikanischen Tierschutzorganisation NSPCA. Das Leid hätte verhindert werden können, wenn das entsprechende Verfahrensprotokoll befolgt worden wäre und die Tierärzte gehandelt hätten. Gleichzeitig habe es Hinweise darauf gegeben, dass die Transportboxen nicht richtig ausgestattet waren. Der Fall würde nicht nur die Rolle des Zoos in Johannesburg in Frage stellen, sondern auch, wie die Antilopen in Europa transportfertig gemacht würden.