Süddeutschland: Millionenschäden nach Hochwasser - DER SPIEGEL
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Süddeutschland Millionenschäden nach Hochwasser

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München - Das Hochwasser in weiten Teilen Südbayerns hat Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Nachdem es auch am Sonntag wieder heftig geregnet hatte, waren Feuerwehr und Polizei vor allem im Allgäu und im Chiemgau bis zum Montagmorgen pausenlos im Einsatz. Straßen und Bahnstrecken waren überflutet oder wurden unterspült, Dämme an Flüssen drohten zu brechen und Wohnhäuser standen bis zu zwei Metern unter Wasser. Eine genaue Schadensbilanz hatten Polizei und Feuerwehr bis zum Morgen noch nicht erstellt.

Nach Polizeiangaben entstand allein im oberbayerischen Stephanskirchen (Landkreis Rosenheim) Sachschaden von rund fünf Millionen Mark. Dort wurden ein Bekleidungslager, ein Sportheim, Tennishallen und fünf Wohnhäuser zwei Meter hoch überflutet. Die Feuerwehr versuchte, aus Tanks ausgetretenes Öl von der Wasseroberfläche abzusaugen. Die Polizeidirektion Rosenheim verzeichnete bis zum späten Sonntagabend über 550 Notrufe. Im östlichen Landkreis fiel der Regen besonders ergiebig und ließ rund 350 Keller voll laufen.

Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr auf mehreren überschwemmten und unterspülten Strecken vorübergehend ein. Die Strecke Rosenheim-Salzburg wurde am Montag gegen 2 Uhr wieder für alle Züge freigegeben, darunter internationale Intercitys und Eurocitys. Die Regionalstrecke zwischen Kempten und Oberstdorf war abschnittsweise bis 7.30 Uhr gesperrt. Zwischen Geltendorf und Weilheim sowie zwischen Riem und Aschau konnten noch im Laufe des Montags keine Züge fahren. Fahrgäste mussten auf Ersatzbusse ausweichen und erhebliche Verspätungen in Kauf nehmen.

Die Hochwasserwelle ebbte an den Flüssen in Alpennähe weitgehend ab und ließ vor allem Iller, Lech und Donau anschwellen. Bei Schwabmünchen (Landkreis Augsburg) trat die Singold großflächig über die Ufer. Kritische Pegelstände erwartete das Landesamt für Wasserwirtschaft jedoch nicht mehr. Die Fluten sollten im Laufe des Montag Ulm und Donauwörth, abends Ingolstadt und gegen Dienstagmorgen Kelheim erreichen.