Südeuropa: Brände wüten weiter - DER SPIEGEL
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Südeuropa Brände wüten weiter

Die Flammen fressen sich weiter durch die Wälder im Mittelmeerraum. Verheerende Brände vernichten Tag um Tag Tausende Hektar Forst und Gebüsch.
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Bastia/Athen/Madrid - Obwohl Hunderte Feuerwehrleute und feiwillige Helfer gegen die Flammen kämpften, nahmen Zahl und Stärke der Brände am Samstag auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika weiter zu. Auch in Nordspanien zerstörten Brände nahe der Städte Saragossa und Soria mehr als 3000 Hektar Wald. Feuer wüten vor allem auch im Süden und im Zentrum Italiens. In Griechenland hingegen entspannte sich die Lage am Mittag, nachdem an den Vortagen sieben Menschen Opfer der Flammen geworden waren. Fast alle Brände seien unter Kontrolle, teilte die Feuerwehr mit.

An der albanisch-griechischen Grenze kehrten die Bewohner von sechs vorsorglich evakuierten Dörfern wieder in ihre Häuser zurück. In der Provinz Arkadien im Hinterland der Halbinsel Peloponnes helfen neben 900 einheimischen Brandbekämpfern 60 israelische Feuerwehrleute mit Hubschraubern, die auch im Dunkeln zum Einsatz kommen können, bei den Löscharbeiten. Als Brandursachen nannten die Behörden die Dürre, starken Wind und in einigen Fällen Brandstiftung. Fast im ganzen Land hat es seit Mai nicht geregnet. Nach einer vorläufigen Bilanz kamen in Griechenland seit Juni elf Menschen durch die Hitze ums Leben.

Auf Korsika konnten die Feuer im beliebten Restonica-Tal sowie in der Region Vivario in der Nacht nicht gelöscht werden, teilten die Behörden mit. Insgesamt seien seit Donnerstag mehr als 4000 Hektar Nadel- und Buschwald zerstört worden. 500 Einsatzkräfte aus Südfrankreich unterstützen seit Samstag die rund 300 korsischen Feuerwehrleute. Auch hier gehen die Behörden von Brandstiftung aus.

Beim Löschen der Brände in Nordspanien erlitten nach Behördenangaben zwei Menschen Rauchvergiftungen. Aus Furcht, die Flammen könnten einen großen Gastank in der Umgebung erfassen, kamen Hunderte Helfer und mehrere Löschflugzeuge zum Einsatz. Auch viele Anwohner halfen mit. Eine Landstraße und die Bahnstrecke nach Madrid waren gesperrt. Die Waldbrände in Spanien haben seit Januar insgesamt eine Fläche von rund 75.000 Quadratmetern verwüstet.

In Italien war nach Fernsehberichten vom Samstag vor allem die Region Abruzzen betroffen, wo es auch in zwei Nationalparks brannte. Allein auf Sardinien seien 70 mutmaßliche Brandstifter angezeigt worden. Vielfach werden Wälder vernichtet, um Bauland zu schaffen. "Das ist eine wahre Umweltkatastrophe", sagte ein Kommentator im Fernsehen. Mehr als 3000 Hektar Wald und Buschland gingen zuletzt in Flammen auf. Auch an der süditalienischen Amalfi-Küste - eine der schönsten Regionen Italiens - stiegen dichte Rauchwolken auf. Dort seien 65 Brandherde entdeckt worden, hieß es. Über Mittel- und Süditalien lastet derzeit eine brütende Hitze mit Temperaturen bis zu 42 Grad im Schatten.