Südfrankreich Höhlenforscher am Leben
Montpellier - Spezialtaucher in der Fontanilles-Höhle bei Montpellier stellten am Mittwochnachmittag den Kontakt zu dem 40-jährigen Patrick Meunier her, wie die Rettungskräfte mitteilten. Seine Bergung werde eine aufwendige und langwierige Aktion, hieß es weiter.
Am Vortag hatten sie eine erste Spur von dem erfahrenen Speläologen gefunden. Sie bargen seine Tauchmaske, die an dem Leitfaden der Expedition vom Wochenende befestigt war. Meunier wollte am Sonntag allein in einen Hohlraum vordringen, den noch nie ein Mensch zuvor betreten hatte.
Der bisher Vermisste ist Präsident des Höhlenforschungszentrums von Marseille und hat selbst schon bei Rettungsaktionen mitgeholfen. Er war am Sonntag mit drei Expeditionsteilnehmern in die Höhle Fontanilles bis etwa 70 Meter Tiefe hinabgestiegen. Seine Begleiter waren am Montag ohne ihn zurückgekehrt und hatten Alarm geschlagen, da sie ihn auf dem Rückweg plötzlich vermisst hatten.
Der Fernsehsender LCI berichtete, die Bergung könne sich bis Donnerstag oder sogar Freitag verzögern. Zunächst müsse Meunier wieder zu Kräften kommen.
Da die Expedition die von den Behörden verfügte Absperrung der Höhle missachtet hatte, reichte der Bürgermeister von Puechabon eine Klage ein. Das 350-Seelen-Dorf bezieht sein Trinkwasser aus einer Quelle in der Höhle. Die Einwohner werden derzeit von Tankwagen mit Frischwasser versorgt.
Erst vor drei Wochen waren sieben Schweizer Studenten und ihre Führerin nach einem Wassereinbruch drei Tage lang in einer Höhle in Ostfrankreich gefangen, bevor sie in einer aufwendigen Rettungsaktion befreit werden konnten.