Gesunkene Fähre "Sewol" Taucher stirbt bei Bergungseinsatz vor Südkorea
Gesunkene Fähre "Sewol": Taucher stirbt bei Bergungseinsatz vor Südkorea
Foto: AP / dpaSeoul - Bei der Suche nach weiteren Leichen in der gesunkenen südkoreanischen Fähre "Sewol" ist ein Taucher gestorben. Der 53-Jährige sei zum ersten Mal an der Unglücksstelle im Einsatz gewesen und habe in 25 Metern Tiefe plötzlich Atemprobleme bekommen, sagte ein Sprecher der Küstenwache. In einem Krankenhaus sei sein Tod festgestellt worden.
Der Mann hatte für eine Firma gearbeitet, die auf Bergungen spezialisiert ist. Die "Sewol" war vor drei Wochen mit 476 Menschen an Bord vor der Südwestküste Südkoreas gekentert und untergegangen. Nach bisherigem Stand starben 263 Menschen, weitere 39 werden allerdings noch vermisst. Hoffnung, sie noch lebend zu finden, besteht nicht mehr.
Bei den Tauchgängen seien inzwischen fast alle Kabinen des Schiffs durchsucht worden, in denen noch die Leichen vermisster Passagieren vermutet worden seien, berichteten sükoreanische Sender. Die meisten Insassen waren bei dem Unglück im Bauch der mehrstöckigen Fähre eingeschlossen worden. Die meisten Passagiere waren Jugendliche auf einem Schulausflug.
Die "Sewol" kenterte nach einem Kurswechsel. Die Ermittler vermuten, dass eine Überladung zusammen mit früheren Umbauten an der 20 Jahre alten Auto- und Personenfähre ein Grund für den Untergang war. Auch wird untersucht, ob die Ladung richtig gesichert war. Der Kapitän und die anderen 14 leitenden Besatzungsmitglieder sitzen in Untersuchungshaft. Sie werden beschuldigt, die Passagiere nach dem Kentern des Schiffs im Stich gelassen zu haben. Nur 174 Insassen konnten gerettet werden.
Rings um das Wrack wurden unterdessen die Fangnetze verstärkt, um ein Abdriften der noch nicht geborgenen Leichen zu verhindern. Eine Leiche war am Freitag vier Kilometer vom Unglücksort entfernt entdeckt worden. Wegen der starken Strömung war befürchtet worden, dass weitere Tote ins offene Meer treiben könnten. Die Hinterbliebenen der Opfer fordern, dass zuerst alle Leichen geborgen werden - und erst danach das Wrack der havarierten Fähre.