"Superstar"-Arbeitsregelungen: "Das ist ein Sklavenhalter-Vertrag!" - DER SPIEGEL
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"Superstar"-Arbeitsregelungen "Das ist ein Sklavenhalter-Vertrag!"

Nach Meinung eines Juristen verstoßen die Verträge, die die zehn "Superstar"-Anwärter unterschreiben mussten, gegen die guten Sitten. So soll Simon Fuller, der Erfinder der Sendung, nach einem Zeitungsbericht 13 Jahre lang am finanziellen Erfolg des Siegers der Talentshow mitverdienen.
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Köln - Laut "Bild am Sonntag" kassiert der britische Musikproduzent und "Spice Girls"-Erfinder zunächst 20 Prozent, später 10 Prozent der Netto-Einnahmen des "Superstar"-Siegers. Zudem können Fuller alle entstehenden Kosten auf den "Superstar abwälzen. Auch dürfe Fuller ohne die Zustimmung des Künstlers weitere Personen als Vertragspartner hinzuziehen - und ihnen eine Vergütung aus dem Anteil des Stars zahlen. Alle zehn Finalisten hätten entsprechende Verträge abschließen müssen.

Der Rechtsanwalt Matthias Scheer sagte der "Bild", er halte den Vertrag für sittenwidrig. "Wer ihn anfechtet, wird wahrscheinlich auch Erfolg damit haben", so der Rechtsprofessor. "Das ist ein Sklavenhalter-Vertrag!"

Dieser Einschätzung wurde am Sonntag von RTL und Bertelsmann widersprochen. Ein RTL-Sprecher sagte am Sonntag in Köln, die derzeit bestehenden Verträge der zehn Kandidaten mit der Bertelsmann Music Group seien "ganz normale Verträge, wie sie üblich sind für Shows". Der Gewinner des Finales am 8. März werde einen Plattenvertrag von BMG erhalten, dessen Inhalt noch nicht feststehe.

"Es werden lukrative Karrieren gemacht"

Der Deutschland-Bevollmächtigte der Fuller-Firmengruppe, "19 Entertainment", Kai Manke, nannte den Bericht "völligen Quatsch". Es gebe keine geheimen Knebelverträge. Die Fuller Firmengruppe werde zwar 20 Prozent erhalten, "das ist aber für den Gewinner gut dotiert im Branchenvergleich", sagte Manke auf Anfrage. Es werde häufig deutlich mehr Beteiligung vereinbart.

"Wenn jemand einen Künstler aufbaut und ihn auf ein hohes Niveau bringt, dann ist es auch normal, dass seine Firma am Erfolg partizipiert." Manke weiter: "Den zehn Finalisten hat die Show auch finanziell sehr viel gebracht. Es werden sehr lukrative Karrieren gemacht." Auch der Plattenvertrag mit der BMG werde für den Endgewinner auf einem "sehr hohen Niveau" liegen.