Sylvia Rothblum - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Sylvia Rothblum

Die 43-jährige Geschäftsführerin bei Warner Brothers über Mütter und Karriere
• aus DER SPIEGEL 5/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Was ist der Unterschied zwischen einer Familie und einer Firma?

Rothblum: Viel wichtiger sind die Gemeinsamkeiten. Kinder sind wie Mitarbeiter, sie wollen Aufmerksamkeit, man muss sie motivieren, ihnen zuhören; denn dabei entwickeln sie sich ständig weiter. Sowohl zu Hause als auch in der Firma muss man das Gemeinwohl vor die eigenen Interessen stellen; daneben spielen Budget-Management, Kommunikation und Flexibilität eine große Rolle.

SPIEGEL: »Mütter sind die besseren Manager« - so heißt Ihr Buch, das Sie mit Ihrer Co-Autorin Petra Preis geschrieben haben. Warum regieren Frauen nicht längst die Welt?

Rothblum: Weil sich das in den Unternehmen noch nicht herumgesprochen hat. Die meisten Frauen machen nach der Geburt eines Kindes einen Rückschritt in ihrer Karriere. Dabei erwirbt eine Frau gerade in dieser Phase Fähigkeiten, die von Topmanagern verlangt werden.

SPIEGEL: Zum Beispiel?

Rothblum: Wer zu Hause täglich mit Löwen kämpft, entwickelt Führungskompetenz. Viele der prominenten Frauen, die in unserem Buch ihre persönlichen Strategien erzählen, waren der Meinung, dass jedes Management ein Kinderspiel ist etwa gegen das Organisieren einer Geburtstagsparty.

SPIEGEL: Wollen Sie also das Ego unruhiger Mütter beruhigen, oder hoffen Sie auf Veränderungen?

Rothblum: Wir wollen gut ausgebildeten Frauen und Müttern Mut machen für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben, ihnen das schlechte Gewissen nehmen und zeigen, dass sich Arbeit und mütterliche Liebe nicht ausschließen. Im Gegenteil: Nur wer die Familie immer an die erste Stelle setzt, ist am Ende der bessere Mitarbeiter für ein Unternehmen.

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