Täter geistig verwirrt: Blutbad in Salzgitter - DER SPIEGEL
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Täter geistig verwirrt Blutbad in Salzgitter

Ein 24-jähriger geistig verwirrter Mann hat in Salzgitter sechs Familienangehörige erschossen. Seine Mutter schwebt noch in Lebensgefahr.
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Salzgitter - Der Täter ist Mittlerweile in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden. Es spreche sehr vieles dafür, dass der Deutsche türkischer Abstammung während der Tat an einer psychischen Störung gelitten habe und nicht schuldfähig sei, sagte der Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, Eckehard Niestroj. Der Haftrichter habe die Unterbringung in einer geschlossen Abteilung eines Landeskrankenhauses angeordnet.

"Kein plausibles Motiv"

Bei seiner Vernehmung durch den Richter habe der Mann die Tat in der Wohnung seiner Eltern gestanden. Er habe aber "kein plausibles nachvollziehbares Motiv nennen können", sagte der Oberstaatsanwalt. Auf seine Opfer habe der Täter "sieben gezielte Schüsse in den Kopfbereich in schneller Folge abgegeben". Vier der sieben Opfer starben noch am Tatort: eine 32-jährige Schwester, eine 24-jährige Schwägerin und zwei Brüder des Schützen im Alter von von 26 und 32 Jahren. Die 24-Jährige Ehefrau des Täters und ein 31-Jähriger Schwager erlagen nach der Einlieferung in Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Zustand der lebensgefährlich verletzten 62-jährigen Mutter des Schützen war am Samstag weiterhin kritisch.

Der Leiter der Mordkommission in Salzgitter, Bodo Mahns, gab den Zeitpunkt der Schussabgabe mit 15.45 Uhr am Freitagnachmittag an. Als der Täter eine knappe Stunde später um 16.45 Uhr bei der Polizei erschienen sei, habe er nur zusammenhanglose Angaben gemacht und gebeten, in Haft genommen zu werden. Erst über die Feststellung der Personalien des Täters sei die Polizei auf die elterliche Wohnung und die Opfer gestoßen. Auch bei seinen Vernehmungen habe der Schütze einen stark verwirrten Eindruck, gemacht. Er sei zwar ansprechbar gewesen, habe aber nicht auf Fragen reagiert.

Waffe aus dem Frankfuter Rotlichtmilieu


Die insgesamt sieben Kopfschüsse gab der Mann aus einer Pistole mit dem Kaliber 7,62 Millimeter ab. Die Waffe habe er nach eigenen Angaben vor einem Jahr im Frankfurter Rotlichtmilieu erworben, sagte Oberstaatsanwalt Niestroj. Es gebe keine Anzeichen für eine handgreifliche Auseinandersetzung vor der Tat. Der Täter sei vorbestraft und vor vier Jahren als Heranwachsender wegen eines Eigentumsdeliktes verurteilt worden.

Auch die Kinder waren in der Wohnung

Während der Tat hielten sich sechs Kinder im Alter zwischen elf Monaten und neun Jahren - zwei Töchter und vier Nichten oder Neffen des Täters - in einem Nebenzimmer der Wohnung auf. Zumindest ein neunjähriger Neffe habe die Abgabe der Schüsse zum Teil verfolgt, sagte der Leiter der Mordkommission, Mahns. Die Kinder, die der Täter nach den Schüssen noch zu einen anderen Schwester brachte, seien noch nicht vernommen worden. Ihre Betreuung habe Vorrang.

Die Eltern des Schützen sind aus der Türkei in die Bundesrepublik eingewandert. Die Familie K. wollte in der elterlichen Wohnung in Salzgitter-Lebenstedt am Freitag gemeinsam mit einem großen Essen das Ende des Ramadans feiern.