Tätowierung: Tattoo Convention in Peru - DER SPIEGEL
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Tattoo-Convention in Peru: Wenn das Weiße im Auge blau wird

Foto: CRIS BOURONCLE/ AFP

Tattoo in Peru Bauer D2 auf D4

Implantate, Piercings - und ein Loch im Kopf: In Lima haben sich Fans der Körpermodifikation getroffen, um neueste Trends zu zeigen. Die sind krass. Und im Einzelfall gewöhnungsbedürftig.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lima - In Lima fand diese Woche die "Erste Internationale Tagung für Tattoos und Körpermodifikationen" statt. Der Name ist ein bisschen lang und kompliziert geraten - die Botschaft allerdings ist kurz: Tattoos sind cool, auch in Peru.

Und weil es ja schon lange nicht mehr reicht, sich die Epidermis mit bunten Bildern zu verzieren, um aufzufallen, waren auch sämtliche andere Selbstverschönerungstechniken vertreten: Piercings, Implantate, Brandings.

"Wir wollen zeigen, was wir können, und dass wir auf demselben Level arbeiten wie die Kollegen in den Vereinigten Staaten und in Europa", so Veranstalter Iván Alegría. Ziel des Kongresses sei es, mit einem "gewissen Irrglauben" in Sachen Tätowierungen und Körperveränderungen aufzuräumen. Es handele sich um uralte Praktiken, die es in der ganzen Welt gebe. Kulturtechniken eben.

Einige der bekanntesten Tätowierer der Welt sind angetreten, in Lima gegen Tabus und Diskriminierung von Menschen einzutreten, die ihren Körper verändern. "Der Körper selbst ist eine Form künstlerischen Ausdrucks", hieß es.

Gut zu beobachten ist dies bei Matt Gone: Der ganzkörpertätowierte New Yorker mit Bierbauch und Schachbrettmuster auf Kopf und Gesicht schreckte noch nicht einmal davor zurück, das Weiße seiner Augen zu färben - rechts grün, links blau.

Emilio González aus Venezuela gilt als bekanntester Körpermodifizierer Lateinamerikas. Er mag es diabolisch, verwandelt sich und andere in teuflische Gestalten. Gruselig: Er praktiziert die sogenannte Trepanation - er bohrt Löcher in Schädeldecken.

Víctor Peralta aus Uruguay hält den Rekord im Guinnessbuch der Rekorde als Mensch mit den meisten Körperveränderungen - darunter 50 Piercings, 20 Implantate, mehr als 100 Tätowierungen und vieles andere mehr.

Der Tätowierer Goethe arbeitet ausschließlich in Schwarz-Weiß - sein Thema sind die Götter und Rituale indigener Völker.

ala