Taliban auf Kuba Gefängnis unter Palmen
Washington - Bereits in der vergangenen Woche hat der amerikanische Verteidigungsminister der US-Öffentlichkeit erklärt, wie gefährlich die Gefangenen seien, die künftig in der neuen amerikanischen Haftanstalt auf Kuba untergebracht werden sollen. "Das sind harte Fälle", sagte Donald Rumsfeld und erinnerte an den Gefangenenaufstand in Masar-i-Scharif in Nord-Afghanistan, der sich nicht wiederholen dürfe. Dort hatten sich einige Taliban gegen die Aufseher der Nordallianz erhoben und ein grausames Gemetzel folgte. Zum Schluss waren fast alle 600 Gefangenen tot. Die USA hatten tagelang aus der Luft gebombt, etliche der Überlebenden fielen im Kampf gegen die Truppen der Nordallianz.
Nun sollen also die ersten zwei Dutzend "harten Fälle" in die Karibik verlegt werden. Hunderte Wächter bereit. Die Lage des Gefängnisses im Südosten der Insel sei optimal, heißt es in einem Bericht der "Washington Post": Umgeben von Mangrovensümpfen, undurchdringlichem Unterholz und dem karibischen Meer liegt Guantanamo Bay, das seit 1903 den USA als Stützpunkt dient, im am wenigsten dicht besiedelten Gebiet Kubas.
Wie Brigade-General Michael Lehnert, der für die Operation verantwortlich ist, in dem Blatt zitiert wird, sagt, es sei alles bereit. "Wir werden es ihnen nicht bequem machen. Aber wir werden sie human behandeln." Allerdings werden sich die Gefangenen in der lauen Brise der Karibik wohl nicht wie auf einem Badeurlaub fühlen. "Ich versichere Ihnen, Sie würden hier nicht Gefangener sein wollen", sagte Lehnert dem Reporter.
Rund 700 US-Soldaten wurden bereits nach Kuba geschickt, um die rund 3000 Stationierten zu verstärken.