Tankerunglück Angst vor der schwarzen Sturmflut
La Coruña - Drei Spezialschiffe stünden zwar zum Abpumpen der schwarzen Flut bereit, teilten die Behörden in La Coruña mit. Sie könnten aber nicht bei schwerer See eingesetzt werden. Wegen des Unwetters mussten auch anderswo an der Küste die Säuberungsarbeiten eingestellt werden.
Der Bug der "Prestige": Kurze Zeit später war er unter der Wasseroberfläche verschwunden
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Bug und Heck des 26 Jahre alten Tankers, der am Dienstagvormittag auseinander gebrochen war, trieben noch einige Stunden an der Meeresoberfläche, bevor sie versanken
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An der Nordwestküste Spaniens sind rund 200 Kilometer Strand verschmutzt. Vor allem Fischer sorgen sich nun um ihr Auskommen
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Der Tanker war in der vergangenen Woche in einen Sturm geraten und leckgeschlagen
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Im Gegensatz zu modernen Tankern hatte die "Prestige" keine doppelte Bordwand
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Das Schiff hatte 77.000 Tonnen Schweröl geladen. In den Kammern sollen sich noch rund 65.000 Tonnen befinden
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Ob die Öltanks dem Wasserdruck stand halten, ist ungewiss. Experten hoffen, dass das Öl durch die niedrigen Meerestemperatur verklumpt
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Um die Küste vor einer gigantischen Ölpest zu bewahren, haben die Einsatzkräfte um das gesunkene Schiff schwimmende Sperren ausgelegt
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Der Leiter des Meeresschutzprogramms von Greenpeace in Spanien, Maria José Caballero, spricht von einer "Zeitbombe auf dem Meeresgrund"
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Gleichzeitig trieb das Unwetter das giftige Schweröl von der Küste
Portugals weg. Der riesige Ölteppich, den die "Prestige" bei ihrem
Untergang am Dienstag zurückgelassen hatte, zerfiel unterdessen in
mindestens sieben kleinere. Er war ursprünglich mit rund 7800
Quadratkilometern dreimal so groß wie das Saarland. Die kleineren
Ölteppiche waren am späten Mittwochabend zwischen 90 und 200
Kilometern entfernt. Experten warnten, mehrere Ölteppiche seien
schwieriger zu bekämpfen. Das Fischfangverbot wurde bereits
ausgeweitet.
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Weiteres Öl sei aus dem in 4000 Metern Tiefe liegenden Wrack aber nicht ausgetreten. Es sei zu hoffen, dass das Öl in dem kalten Wasser sich verfestige und nicht mehr an die Oberfläche gelange.
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Die Nordwestküste Spaniens ist bereits auf einer Länge von fast 300 Kilometern verschmutzt, wie Umweltminister Jaume Matas sagte. Eine Fläche von 6,5 Millionen Quadratmetern sei betroffen, darunter 90 Strände. "Die Auswirkungen dieses Desasters sind noch längst nicht überwunden", betonte er. Es werde mindestens ein halbes Jahr dauern, die Gegend zu säubern. Die Region soll zum Notstandsgebiet erklärt werden. Die Schäden allein in Spanien werden mittlerweile auf fast 150 Millionen Euro geschätzt.
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Vor dem Untergang des 26 Jahre alten Tankers rund 250 Kilometer vor der Küste gelangten nach Schätzungen bis zu 15.000 Tonnen Schweröl ins Meer. In den Tanks sind noch mehr als 60.000 Tonnen. An der "Todesküste" in Galicien kämpften bis zum Abend Tausende von der Armee unterstützte Helfer gegen die Ölpest, zusätzliche Öl-Sperren wurden ausgebreitet. Hunderte ölverschmierte oder verendete Seevögel wurden bereits eingesammelt, einige davon in Portugal. 40 Prozent der artgeschützten Vögel der Region könnten sterben, hieß es.
Spanien hat unterdessen rechtliche Schritte gegen die griechische Reederei der "Prestige" eingeleitet und von der Versicherungsfirma des Schiffes eine Bankbürgschaft von 60 Millionen Euro zur Abdeckung der ersten Schäden gefordert. Madrid will zudem mehrere Länder für die Ölpest zur Verantwortung ziehen, darunter Großbritannien, da der Tanker auf dem Weg in die britische Kolonie Gibraltar gewesen sei, und Griechenland, wo die Reederei sitzt.