Tauwetter in Deutschland: Jetzt wird's glatt - DER SPIEGEL
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Winterwetter: "Dieter" verzieht sich

Foto: Marius Becker/ dpa

Tauwetter in Deutschland Jetzt wird's glatt

Die Temperaturen in Deutschland steigen - und damit die Gefahr auf den Straßen. Meteorologen warnen vor Regen und Glatteis in den kommenden Tagen. Vor allem im Norden und Westen droht das große Schlittern.
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Offenbach - In Deutschland wird es wärmer. Nach zwei Wochen Dauerfrost und zweistelligen Minusgraden steigen die Temperaturen langsam wieder an. Der Grund: Kältehoch "Dieter" ist Richtung Asien verschwunden, nun wird es von Norden nach Süden allmählich milder.

Mit den Temperaturen steigt jetzt die Glatteisgefahr. Der gefrorene Boden erwärmt sich nur langsam, dadurch gefrieren Regentropfen sofort zu Eis. Und Regen sei zu erwarten, sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus. "Die Luft ist nicht mehr so kalt, dafür aber feuchter", sagt Meteorologe Thomas Ruppert.

Am kältesten war die Nacht zum Montag im Süden. In Reit im Winkl registrierte der DWD minus 24,9 Grad, in Oberstdorf 24,4 Grad. Im Osten war es bereits nicht ganz so frostig. Und am Vormittag stiegen im Norden die Temperaturen über null Grad, während im größten Teil Deutschlands noch Frost herrschte.

In den nächsten Tagen soll es in weiten Teilen des Landes Plusgrade geben. Grund für den Wetterwechsel: Zwischen zwei Tiefdruckgebieten über Skandinavien fließt subpolare Meeresluft nach Deutschland. Sie gestaltet die kommenden Tage nasskalt und winterlich-trüb, wie der DWD mitteilte. Am Dienstag überwiegt starke Bewölkung und es gibt etwas Schnee. Im Nordwesten und Westen fällt Regen, wobei vor allem dort die Gefahr von Glatteis besteht. Die Höchsttemperaturen liegen bei fünf Grad im Westen und Nordwesten und minus einem Grad im Südosten.

In der Nacht zu Mittwoch schneit es. Im Norden und Nordwesten fällt Regen, der wiederum zu Glatteis führen kann. Die Temperatur sinkt auf vier Grad in Ostfriesland und minus vier Grad in Süddeutschland. Am Mittwoch ziehen von Norden her Schauer durch. Im Nordwesten fallen sie meist als Regen, sonst als Schneeregen, in den Bergen und nach Osten hin als Schnee. An der See und auf den Bergen sind schwere Sturmböen möglich. Die Temperatur steigt auf ein Grad im Südosten und bis sieben Grad im Nordwesten.

Am Donnerstag lockert die Bewölkung auf. Später setzt im Norden neuer, teils in Schnee übergehender Niederschlag ein. Die Temperaturen liegen im Osten meist um den Gefrierpunkt oder etwas darüber, im Nordwesten wird es bis sechs Grad warm.

Osteuropa leidet unter eisigem Winter

Während die Temperaturen in Deutschland steigen, bleibt die Lage vor allem in Osteuropa angespannt. In Russland stieg die Zahl der Kältetoten auf 215. Wegen Erfrierungen und Unterkühlungen seien zudem bisher mehr als 5500 Menschen behandelt worden, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Allein in Moskau suchten am Wochenende 60 Menschen ärztliche Hilfe wegen der Kälte von fast minus 30 Grad. Vielerorts gab es schulfrei.

In Rumänien seien am Wochenende sechs Menschen durch die Kälte gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Bukarest mit. Im Osten des Landes wurde am Montag der Notstand ausgerufen. Teilweise liegen in der Region vier Meter Schnee. Militärmaschinen warfen Lebensmittel für 6000 Menschen ab, die seit Tagen nicht erreicht werden konnten. Im ganzen Land versuchten Soldaten, die Straßen wieder freizubekommen.

Bulgarien rief nach starken Schneefällen die zweithöchste Alarmstufe orange aus. Vier Stauseen liefen über die Ufer. Eine Lawine stürzte auf die internationale Fernstraße von der Hauptstadt Sofia nach Mazedonien. Die Schneemassen sperrten die Fahrbahnen. Es seien keine Menschen verletzt worden, berichtete das Staatsradio. In Sofia herrschte erneut Schneechaos. An 110 Schulen landesweit wurden die Kälteferien verlängert.

Wegen dicker Eisschollen blieb die Donau in Bulgarien für die Schifffahrt unpassierbar. Internationale Fernzüge konnten wegen des Wetters die Brücke über die Donau nach Rumänien bei Russe nicht passieren - die Reisenden wurden mit Bussen in die rumänische Hauptstadt Bukarest gebracht. Auch viele Inlandszüge mussten ihre Fahrten einstellen.

In Montenegro begannen Helfer mit der Bergung von Zugpassagieren, die nach dem Abgang einer Lawine drei Tage lang in einem Tunnel eingeschlossen waren. In Bosniens Hauptstadt Sarajevo brach am Montag das Dach des Grbavica-Stadions teilweise ein, nachdem am Tag zuvor bereits ein anderes Stadiondach unter der Schneelast zusammengebrochen war.

ulz/hut/dpa/dapd

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