TBT: Gift in Nordseefischen - DER SPIEGEL
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TBT Gift in Nordseefischen

Der Wirbel um das Gift TBT geht weiter: Flundern aus der Nordsee sollen nach Darstellung von Greenpeace erheblich mit TBT (Tributylzinn) belastet sein. Auch in Miesmuscheln soll sich das Gift finden.
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Hamburg/Köln - Die TBT-Werte der Nordseeflundern lägen meist höher als die kürzlich in Kleidungsstücken gefundenen Konzentrationen des Giftes. Auch in Fußballtrikots von Bundesliga-Clubs sollen nach WDR-Informationen erneut giftige Chemikalien gefunden worden sein.

Wie Greenpeace weiter mitteilte, werde auch durch das Braten der Fische die Giftbelastung nicht reduziert. Das sei das Ergebnis einer Untersuchung, mit der erstmals deutsche Nordsee-Speisefische auf die Belastung mit Organozinnverbindungen getestet worden seien.

Allerdings habe man sich auf Stichproben konzentriert und könne deshalb keinen umfassenden Überblick über die Belastung von Speisefisch geben, heißt es weiter.

Nach einem Bericht des WDR-Fernsehmagazins "markt" sind in Fußballtrikots von Bundesliga-Clubs erneut giftige Chemikalien gefunden worden. Wissenschaftler des Geesthachter Galab-Instituts hätten bei Untersuchungen der Fan-Trikots von elf Bundesliga-Vereinen in acht Fällen erneut schädliche Organozinn-Verbindungen entdeckt, berichtete der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Sonntag in Köln.

Nach der Entdeckung der Organozinn-Verbindung TBT in Trikots des US-Herstellers "Nike" hatten zahlreiche Kaufhäuser die Produkte Anfang Januar aus den Regalen genommen. Die Warenhausketten Karstadt und Hertie hatten den Verkaufsstopp allerdings am Freitag aufgehoben. Nach unabhängigen Gutachten gehe keine feststellbare Beeinträchtigung der Gesundheit von den Trikots aus, sagte ein Karstadt-Sprecher. Am Montag vergangener Woche hatte Borussia Dortmund den Verkauf der Trikots in den Fanshops des Fußball-Clubs wieder aufgenommen.

Tributylzinn (TBT) gehört zu den giftigsten Stoffen, die jemals hergestellt und in die Umwelt entlassen wurden. Bis heute existiert kein europäischer Grenzwert. TBT tötet in kleinsten Mengen Algen oder Muscheln und wird in Schiffsfarben gegen Bewuchs der Rümpfe eingesetzt. Es kann das Immunsystem des Menschen schädigen und sein Hormonsystem beeinträchtigen.