Limburger Ex-Bischof Tebartz-van Elst droht womöglich Millionenforderung
Tebartz-van Elst: Dem früheren Bischof droht ein kirchenrechtliches Verfahren
Foto: Fredrik Von Erichsen/ dpaDas Bistum Limburg verlangt in der Finanzaffäre um den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst laut einem Zeitungsbericht Schadensersatz in Millionenhöhe. "Der vom Papst eingesetzte Administrator Manfred Grothe hat im Vatikan mehrfach die Forderung nach materieller Wiedergutmachung vorgebracht. Jetzt muss der Papst entscheiden", sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle der "Bild"-Zeitung. Mit einer Entscheidung im Vatikan wird nach Angaben der Zeitung im September gerechnet.
Es geht um die Kostenexplosion beim Bau der Limburger Bischofsresidenz. 5,5 Millionen Euro waren dafür veranschlagt, letztlich kostete das Projekt gut 31 Millionen. Eine kircheninterne Prüfung der Baukosten zeigte schwere Fehler auf. Ein neues Nutzungskonzept für das Gebäude gibt es nicht.
Tebartz-van Elst: Der Bischof, der die Kirche erschütterte
Dem "Bild"-Bericht zufolge verursachte der Bau dem Bistum einen Schaden von mindestens 3,9 Millionen Euro. Diese Summe habe der Bischöfliche Stuhl etwa wegen nachträglicher Umbauten abschreiben müssen, berichtete das Bistum Ende April bei der Vorstellung der Jahresabschlüsse für 2012 und 2013. Ob Tebartz-van Elst für den Verlust alleine verantwortlich sei, solle ein kirchenrechtlicher Prozess klären.
Tebartz-van Elst hatte im Oktober 2013 dem Papst seinen Rücktritt vom Amt des Limburger Bischofs angeboten. Papst Franziskus nahm den Rücktritt am 26. März 2014 an. Im vergangenen September zog Tebartz-van Elst nach Regensburg um.
Inzwischen arbeitet er in Rom als Delegat im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung. Das Bistum Limburg hat eine Prüfung darüber angekündigt, ob die Einkünfte aus dieser Tätigkeit mit den Ruhestandsbezügen als Bischof verrechnet werden können. Tebartz-van Elsts Ruhestandsbezüge sollen bei etwa 6800 Euro liegen. Die Stelle in Rom soll mit mehr als 3000 Euro dotiert sein.
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