Terminkalender: Was Benedikt XVI. jetzt tun muss - DER SPIEGEL
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Terminkalender Was Benedikt XVI. jetzt tun muss

Der Mann, der bis gestern Abend noch Joseph Ratzinger war, hat viel zu tun in den nächsten Tagen. Am Vormittag feierte er seine erste Messe als Benedikt XVI. Danach zieht der neue Pontifex in den Apostolischen Palast, bekommt als Symbol seiner Macht einen Fischerring und muss erste politische Entscheidungen treffen.
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Rom - Benedikt XVI. will, wie erwartet, die Linie seines Vorgängers fortsetzen. In seiner ersten Predigt in der Sixtinischen Kapelle erinnerte Benedikt XVI. an Johannes Paul II. "Es scheint mir, als fühlte ich seine starke Hand, die meine festhält", sagte er.

Der 78-Jährige betonte abermals, er empfinde eine große Verantwortung durch sein Amt. Seine erste Aufgabe sei nun die Arbeit für die Wiedervereinigung aller Christen. Er kündigte an, die Verwirklichung der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils vorantreiben zu wollen, das 1965 abgeschlossen wurde und vor allem den inneren Reformen der katholischen Kirche galt.

Die erste Nacht nach seiner Wahl zum Papst verbrachte Joseph Ratzinger noch im Gästehaus Domus Sanctae Marthae. Doch schon heute zieht Benedikt XVI. in den Apostolischen Palast ein, zunächst in eine provisorisch eingerichtete Wohnung. Das Appartment, in dem Johannes Paul II. gestorben war, war noch versiegelt, als der neue Bewohner eintraf. Der Pontifex musste mit Hilfe des Kardinal-Kämmerers und anderer Kurienmitarbeiter mehrere Siegel an den Türen aufbrechen, die nach dem Tod des Vorgängers dort angebracht worden waren. Nun wird in den nächsten Tagen nach den Wünschen seines Nachfolgers neu gestaltet.

Nach der Wohnungsbesichtigung besuchte der neue Papst seinen früheren Arbeitsplatz - die Glaubenskongregation, berichtet "Radio Vatikan". Dort unterhielt er sich mit einigen Bekannten und wendete sich dann in einer kurzen Ansprache offiziell an seine alten und neuen Mitarbeiter.

Möglichst schnell wird ein neuer Fischerring, das Zeichen der päpstlichen Macht, gefertigt. Nach dem Tod Johannes Pauls II. war dessen Ring, ebenso wie sein Siegel, einem jahrhundertealten Ritual folgend zerstört worden. Der Stein des Rings zeigt neben dem Namen des Papstes das Bild des Heiligen Petrus, wie er das Fischernetz in seinen Kahn zieht. Zu den päpstlichen Insignien gehören außerdem der Papstthron, die Kopfbedeckung (Tiara), päpstliche Gewänder und die sogenannte Ferula - der Hirtenstab. Ob er einen neuen Hirtenstab bekommt oder den seines Vorgängers behält, um dessen Andenken zu wahren, ist noch unklar.

Mit seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche ist Benedikt XVI. auch zum politischen Führer des Vatikans geworden. In den nächsten Tagen stehen wichtige Entscheidungen an. Der Papst muss neue Kurienpräfekten einsetzen oder die alten bestätigen, denn mit dem Tod Johannes Pauls II. haben die meisten automatisch ihre Ämter verloren. Es müssen wichtige Posten besetzt werden, etwa der des Kardinalstaatssekretärs und des Chefs der Glaubenskongregation - bisher das Amt von Kardinal Ratzinger. Die ersten Handlungen des neuen Papsts werden genau beobachtet - sie gelten als Hinweise darauf, in welche Richtung sich die katholische Kirche entwickeln soll. Die programmatische Antrittsrede und die erste Enzyklika werden auch mit Spannung erwartet, ebenso wie die ersten Entscheidungen zur Organisation der Kurie und zu Lehr- und Disziplinarfragen.

Am Sonntag wird Benedikt XVI. mit einer Messe im Petersdom offiziell in sein Amt eingeführt. Experten gehen davon aus, dass der neue Papst schon bald Generalaudienzen abhalten wird, um möglichst schnell zu einem normalen Alltag im Vatikan zurückzukehren.

Seinen ersten Deutschlandbesuch kündigte der Pontifex für August an. Er will den Weltjugendtag in Köln besuchen.

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