Terror-Alarm Kampfjets eskortieren Verkehrsflugzeug
Hamburg - Um ein Flugzeug zu überprüfen, das sich per Funk nicht mehr meldete, sind am 5. Januar um 13:58 Uhr zwei Jagdflugzeuge der Luftwaffe vom Fliegerhorst Wittmund in Ostfriesland aufgestiegen. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministerium gegenüber SPIEGEL ONLINE. Bei der Maschine mit der Flugnummer 330x handelte es sich um eine Boeing 737 der Maersk-Fluggesellschaft, die von Lissabon in Richtung Kopenhagen unterwegs war.
Nach Angaben des Sprechers näherten sich die beiden Jagdjets der Maschine bis auf kurze Entfernung, um einen Blick ins Cockpit werfen zu können, hätten jedoch nichts erkennen können. Daraufhin hätten sie das Flugzeug weiter eskortiert. Erst 30 Minuten später sei Entwarnung gegeben worden. Obwohl solche Begleitaktionen von Zivilmaschinen nach Angaben des Ministeriumssprechers "sehr selten" sind, "herrschte zu keinem Zeitpunkt Hektik oder Nervosität bei den Verantwortlichen".
Der Sprecher betonte, die Phantom-Jäger hätten ihre Bewaffnung - Luft-Luft-Raketen des Typs Sidewinder und eine 20-Millimeter-Bordkanone - nur in einer Gefahrensituation und nach der ausdrücklichen Genehmigung durch den Verteidigungsminister einsetzen dürfen. Es habe aber keine Veranlassung bestanden, Bundesverteidigungsminister Struck während des Vorfalls zu informieren. "Wenn die Maschine Flughöhe und Richtung beibehält, stellt sie keine Bedrohung dar", sagte der Sprecher.
Die Maersk-Fluggesellsschaft erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, man wisse noch nicht, warum der Funkkontakt zu dem Fluglotsen in einem der durchflogenen Luftsektoren abgerissen sei. Der Lotse habe nach einer gewissen Zeit die zuständigen Behörden informiert, daraufhin seien die Jagdflugzeuge alarmiert worden. "Unser Pilot stand aber in Kontakt mit dem Flughafen Kopenhagen und schließlich auch mit den beiden Jets", berichtete Pressesprecher Peer Brinch.
Der Sprecher betonte, es habe "zu keiner Zeit irgendeine Gefahr" für die 102 Passagiere und die 6 Crew-Mitglieder bestanden. Laut Brinch habe sich bei seiner Gesellschaft noch nie ein derartiger Vorfall ereignet. Dennoch habe es sich um eine Routine-Situation gehandelt. "Wir untersuchen das Geschehene noch. Wenn wir einen Fehler auf unserer Seite feststellen sollten, werden wir ihn abstellen", versicherte Brinch.