Terror-Alarm: Streit um Flugzeug-Umleitung - DER SPIEGEL
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Terror-Alarm Streit um Flugzeug-Umleitung

Der Fall eines umgeleiteten KLM-Jets beschäftigt das Parlament der Niederlande. Die US-Behörden hatten der Maschine die Überfluggenehmigung entzogen. Unter den Passagieren waren zwei Saudis, die dieselbe Flugschule besucht hatten wie die Attentäter vom 11. September.
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Washington - Wie das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, sei der KLM-Flug 685 am 8. April auf dem Weg von Amsterdam nach Mexiko City an der kanadisch-amerikanischen Grenze zum Abdrehen gezwungen worden. Dem Kapitän sei untersagt worden, in den US-Luftraum einzufliegen. Stattdessen habe er die Maschine mit 278 Passagieren an Bord zurück in die Niederlande steuern müssen.

Dem Magazin-Bericht zufolge befanden sich zwei Brüder aus Saudi-Arabien an Bord des Flugzeuges, die einst dieselbe amerikanische Flugschule besucht hatten wie die Attentäter vom 11. September. Deshalb hätten die US-Behörden den Überflug untersagt. "Böse Buben" seien die beiden Saudis, zitiert "Newsweek" einen ungenannten Geheimdienstmitarbeiter. Sie seien schon seit längerer Zeit beobachtet worden. Mindestens einer der beiden war bereits zuvor aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen worden.

Inzwischen beschäftigt sich auch das niederländische Parlament mit dem Vorgehen der Sicherheitsbehörden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" heute berichtete, musste sich Justizminister Hein Donner scharfe Nachfragen gefallen lassen. Die linksliberale Regierungspartei D 66 sprach in diesem Zusammenhang von einem "Machtmissbrauch der Amerikaner". Ein KLM-Sprecher sagte der Zeitung: "Wir haben uns bisher geweigert, Passagierlisten an die amerikanischen Behörden durchzugeben, wenn wir ihren Luftraum überfliegen. Aus pragmatischen Gründen werden wir nun auf ihre Wünsche eingehen." Ein internationaler Vertrag schreibt bislang lediglich vor, dass Fluggesellschaften diese Angaben übermitteln müssen, wenn die USA das Ziel des Fluges sind.