Terror-Ermittlungen Anklage wegen geplanten Anschlags auf Sears Tower
Washington/Miami - Den Männern im Alter von 22 bis 32 Jahren wird in der Anklageschrift "Verschwörung zum Zweck der Kriegführung gegen die Vereinigten Staaten" vorgeworfen. Sie hätten Anschläge auf Gebäude der Bundespolizei FBI in verschiedenen Städten des Landes geplant, unter anderem auch auf das Hauptquartier des Bundeskriminalamtes in Miami. Den Angeklagten droht im Fall einer Verurteilung in allen vier Anklagepunkten eine bis zu 70 Jahre lange Haftstrafe.
Das FBI hatte die Männer gestern bei Razzien in Miami und Atlanta festgenommen. Die US-Bundespolizei stellte dabei weder Waffen noch Bomben sicher. Die Männer hätten sich untereinander "Brüder" genannt und der Qaida versprochen, den Heiligen Krieg der radikalen Moslems in die USA zu tragen, heißt es in der Anklage. Ihr Ziel sei gewesen, "alle Teufel zu töten, die wir erwischen". Gezielt sollen sie Kontakt zu Al-Qaida gesucht haben, wie Justizminister Alberto Gonzales heute mitteilte. Ein vermeintlicher Qaida-Verbindungsmann, zu dem die Gruppe Kontakt aufnahm, war dem Justizministerium zufolge tatsächlich jedoch ein Informant einer Anti-Terror-Einheit in Florida.
Fünf der Festgenommenen sind Angaben der Sicherheitsbehörden zufolge US-Staatsbürger, zwei stammen aus Haiti. Einer der Verdächtigen, Narseal Batiste, soll laut Anklage im November 2005 damit begonnen haben, die anderen sechs Männer anzuwerben und für Terroranschläge gegen die US-Regierung auszubilden. Um Geld und andere Unterstützung zu erhalten, wollten die Verschwörer mit Al-Qaida zusammenarbeiten. Batiste soll sich im Dezember 2005 mehrmals mit dem vermeintlichen Qaida-Kontaktmann getroffen und diesen für den Aufbau einer "Islamischen Armee" um Maschinengewehre, Uniformen und Stiefel sowie Bargeld in Höhe von 50.000 Dollar gebeten haben.
Batiste soll der Anklage zufolge gesagt haben, er wolle mit seinen "Soldaten" den Sears Tower in Chicago - das dritthöchste Gebäude der Welt - in die Luft sprengen. Im Februar 2006 soll Batiste dem Kontaktmann gesagt haben, seine Gruppe wolle an einem Training der Qaida teilnehmen und einen "umfassenden Bodenkrieg" gegen die Vereinigten Staaten beginnen. Batiste soll sich damit gebrüstet haben, dass seine Mission "genauso großartig oder noch größer" als die Anschläge vom 11. September 2001 seine würde.
US-Medien zitierten Anwohner, nach deren Aussage die Männer einer Art Sekte angehörten, die in einem verlassenen Lagerhaus in einem Armenviertel von Miami wohnte, sich in Militäruniformen kleidete und exerzierte. Eines der Mitglieder der Organisation sagte dem Fernsehsender CNN, seine Gruppierung nenne sich "Seas of David". Die Angehörigen seien keine "Terroristen", sagte der Mann. Seine Gruppe sei eine religiöse Organisation und studiere Allah und den Gottesdienst gemäß der Bibel.
str/dpa/AFP/AP/reuters