Terror in Kairo: Blutige Anschläge auf Touristen - DER SPIEGEL
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Terror in Kairo Blutige Anschläge auf Touristen

Bei zwei Anschlägen auf Touristenzielen in Kairo sind am Samstag mindestens zwei Menschen getötet und zehn verletzt worden, darunter vier Ausländer. Unter den Attentätern waren auch zwei Frauen.
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Kairo - Zunächst sprang ein Selbstmordattentäter auf der Flucht vor der Polizei nahe dem Ägyptischen Museum mit einer Bombe von einer Brücke, wie das Innenministerium mitteilte. Der Mann starb bei der Explosion.

Keine zwei Stunden später eröffneten im alten koptischen Viertel im Süden Kairos zwei verschleierte Frauen das Feuer auf einen Reisebus. Dabei seien drei Menschen verletzt und eine der Attentäterinnen von Wachmännern erschossen worden, sagte Gesundheitsminister Mohammed Awad Tag Eddin. Nach Polizeiangaben starben beide Frauen, die nach Angaben aus Sicherheitskreisen Verwandte des ersten Bombenattentäters gewesen sein könnten.

Erst vor drei Wochen war in der ägyptischen Hauptstadt ein Anschlag auf eine Touristengruppe verübt worden: Ein Selbstmordattentäter riss am 7. April auf einem Basar zwei Franzosen und einen Amerikaner mit in den Tod. Der Attentäter vom Samstag, dessen Name mit Ehab Jusri Jassin angegeben wurde, sei im Zusammenhang mit diesem Anschlag gesucht worden, erklärte das Innenministerium.

Europäer unter den Verletzten

Die Explosion ereignete sich nahe des Luxushotels Ramses Hilton am Ägyptischen Museum, eine der größten Touristenattraktionen des Landes. Der Gesundheitsminister sagte, bei den Verletzten handele es sich um ein israelisches Paar im Alter von 55 Jahren, einen 28 Jahre alten Schweden und eine 26-jährige Italienerin. Sie hätten nur leichte Verletzungen erlitten, der Schwede sei am Gesicht verwundet.

Die Patienten sollen nach Angaben des Krankenhauses schon in einigen Tagen wieder entlassen werden. Bei dem Sprengsatz handelte es sich um eine einfach gebaute Nagelbombe.

"Ich sah eine große Explosion, nachdem offenbar ein Mann eine Bombe von einer Brücke geworfen hatte", berichtete Augenzeuge Mohammed Hassan Mohammed. Schwer bewaffnete Polizisten riegelten den Schauplatz des Anschlags, eine Bushaltestelle rund 100 Meter hinter dem Ägyptischen Museum, ab und durchsuchten eine Gruppe von Jugendlichen, die sich zufällig dort aufhielten.

Der zweite Anschlag ereignete sich im südlichen Stadtviertel Sajida Aischa, in dem zahlreiche Moscheen und Friedhöfe liegen. Drei Ägypter erlitten Verletzungen. Zwischen Glassplittern und Blutspuren lagen eine Pistole und ein schwarzer Handschuh.

In den 90er Jahren verübten Islamisten in Ägypten mehrere Anschläge auf Touristen, um die wichtige Einnahmequelle des Landes auszutrocknen und die Regierung damit unter Druck zu setzen. Die Angst vor Auswirkungen auf den Tourismus treibt die Behörden auch heute um. Nach dem Anschlag Anfang April dieses Jahres versicherte die Regierung, es habe sich um das Werk einzelner Täter gehandelt.

Im Oktober letzten Jahres verübten Attentäter Bombenanschläge auf der Sinai-Halbinsel. Dabei kamen 34 Menschen ums Leben, mehr als 100 erlitten Verletzungen. Ein Sprengsatz zerstörte einen Flügel des Taba-Hilton-Hotels. Die Polizei erklärte, der Drahtzieher sei ein Palästinenser. Unter den Toten waren 10 israelische Touristen.

Paul Garwood, AP