Terror-Prozess Casablanca-Attentäter zum Tode verurteilt
Casablanca - Am 16. Mai 2003 waren bei fünf aufeinander abgestimmten Bombenanschlägen auf jüdische Einrichtungen und ein spanisches Restaurant 32 Passanten und die zwölf Attentäter ums Leben gekommen, etwa 100 Menschen erlitten Verletzungen.
Die vier jetzt zum Tode verurteilten Männer waren nach Überzeugung des Gerichts ebenfalls als Selbstmordattentäter vorgesehen. Einer von ihnen gestand, er habe gehofft, sich vor einem Hotel, das zu den Anschlagszielen zählte, "in die Luft sprengen zu können". Zur Begründung erklärte er, er sei mit der politischen Situation in Marokko nicht zufrieden.
Von den übrigen Angeklagten wurden über 30 zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt, weil sie an der Vorbereitung letztlich fehlgeschlagener Anschläge auf Touristen beteiligt gewesen sein sollen. Zu den Zielen zählten die Altstadt von Marrakesch sowie die Badeorte Agadir und Essaouira.
Drei geistliche Führer von Salafija Dschihadia wurden zu 30 Jahren Haft verurteilt. Die niedrigste Strafe betrug zehn Monate. Den Urteilsspruch kommentierten die meisten Angeklagten mit "Gott ist groß"-Rufen.
Der Prozess hatte am 21. Juli begonnen. Seit den Anschlägen wurden in Marokko über 240 mutmaßliche Anhänger der Salafiya Jihadia festgenommen.