Terroralarm Konkrete Warnung stoppt britische Flugzeuge
Washington/London - Bereits den zweiten Tag in Folge wurden die Passagiere nicht befördert, die den British-Airways-Flug Nummer 223 von London nach Washington gebucht hatten. Nur zwei Stunden vor dem Start strich die Fluggesellschaft die Verbindung mit dem Hinweis auf Sicherheitsbedenken der Regierung. Eine Sprecherin der britischen Flughafengesellschaft BAA sagte: "Es gibt ein Problem mit diesem spezifischen Flug, nicht mit den Passagieren."
Am Abend wurde bekannt, dass die britische Airline auch ihren Flug in die saudi-arabische Hauptstadt Riad gestrichen hat. Der Rückflug von Riad nach London-Heathrow fällt damit ebenfalls aus. Ohne nähere Details preiszugeben, machte ein Sprecher der Fluggesellschaft "Sicherheitsgründe" für die Absage geltend.
Verteidigungsexperte Paul Beaver, einst Herausgeber der renommierten Militär-Fachzeitschrift "Jane's", sagte zu der kurzfristigen Absage des USA-Flugs: "Das ist mit Sicherheit höchst ungewöhnlich. Die Geheimdienstinformationen sind in solchen Fällen sehr, sehr präzise." Ohne Angaben über seine Quellen zu machen, erklärte Beaver: "Uns liegen, wie ich höre, Geheimdienstinformationen vor, dass es einen Plan gegeben hat, das Flugzeug zu kapern und es über Washington zu zerstören oder in irgend etwas hineinzufliegen. Washington war definitiv das Ziel." Es gebe "genaue und zuverlässige" Informationen, dass mehr als eine mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbundene Gruppe gegen die USA agieren würde, sagte er weiter. Eine dieser Gruppen habe ihren Sitz in Lateinamerika, die andere in "London oder Paris".
Am Mittwoch war der Flug 223 zwar planmäßig gestartet, bei der Ankunft in Washington wurde die Maschine jedoch vom Terminal entfernt gestoppt, Passagiere und Besatzung wurden von Sicherheitskräften befragt.
Der British-Airways-Flug 217, der planmäßig vor Flug 223 starten sollte, hob heute Nachmittag mit zweistündiger Verzögerung nach Washington ab. Zuvor hatten die US-Behörden nach Angaben der Fluggesellschaft weitere Informationen eingefordert.
Frankreich bestätigte unterdessen indirekt Medienberichte, dass mehrere Air-France-Flüge beim Anflug auf Los Angeles in der Neujahrswoche von Kampfjets begleitet worden seien. Es sei durchaus denkbar, dass Militärmaschinen Passagierflugzeugen in einer gewissen Entfernung folgten, sagte Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau am Freitag dem Rundfunksender Europe-1. "Dies war der Fall in den Vereinigten Staaten", sagte Bussereau. Air France hatte über Weihnachten mehrere Flüge in die USA aus Sicherheitsgründen abgesagt.