Terroranschlag in Madrid Die Sekunde der Zerstörung
Madrid - Die spanische Tageszeitung "El País" veröffentlichte gestern sechs Bilder, die in den Sekunden der verheerenden Anschläge in Madrid aufgenommen worden waren. Bislang waren die Fotos unter Verschluss gehalten worden, weil sie als wichtige Beweisstücke bei den Ermittlungen gelten. Zehn Bomben waren an jenem Vormittag in vier verschiedenen Vorortzügen gezündet worden, 191 Menschen verloren damals ihr Leben, mehr als 1800 Menschen wurden verletzt.
Heute nahm die spanische Polizei nach Angaben aus Justizkreisen bei einer Razzia zehn Terrorismus-Verdächtige fest. Die meisten der in Barcelona verhafteten Männer seien pakistanische Staatsbürger, hieß es. Die Razzia sei gegen islamistische Extremisten gerichtet gewesen, die Festgenommenen stünden aber nicht im Verdacht, an den Bombenanschlägen in der Hauptstadt beteiligt gewesen zu sein.
Kurz vor der Aktion hatte die französische Polizei fünf mutmaßliche islamistische Extremisten festgenommen. Die Festnahmen stünden in Zusammenhang mit Ermittlungen zu den Flugzeugentführungen und Anschlägen in den USA am 11. September 2001. Die Männer, die in den Städten Selestat und Colmar im Elsass festgenommen wurden, sollen Beziehungen zu Karim Mehdi haben, der verdächtigt wird, einen Anschlag auf der Insel Réunion geplant zu haben. Mehdi soll außerdem Kontakt zu der Gruppe Hamburger Terroristen um Mohammed Atta gehabt haben.