Terroranschlag: Offenbar sechs Deutsche unter den Todesopfern - DER SPIEGEL
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Terroranschlag Offenbar sechs Deutsche unter den Todesopfern

Der Führer der islamistischen Organisation Jemaah Islamiyah hat bestritten, dass seine Organisation etwas mit dem Terroranschlag auf Bali zu tun habe. Es handele sich um das Werk ausländischer Terroristen. Nach dem Attentat mit mindestens 180 Todesopfern hat Indonesien Mühe, genügend Kühlräume für die Leichen zur Verfügung zu stellen.
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Wiesbaden/Kuta – Das Bundeskriminalamt (BKA) schickt eine Spezialeinheit zur Identifizierung der Opfer auf die indonesische Ferieninsel. Die Einheit werde so schnell wie möglich abfliegen, sagte ein BKA-Sprecher. Bei den Anschlägen sind mehr als 180 Menschen getötet worden, darunter nach Angaben des indonesischen Reise- und Touristikportals Indo.com mindestens sechs Deutsche. Zehn Deutsche werden noch vermisst. Die Identifizierungskommission ist darin geschult, nach Flugzeug- Abstürzen Tote nach Zahnstatus und Fingerabdrücken zu identifizieren.




Bei einer der Toten, die am Sonntag geborgen wurde, handelte es sich um eine deutsche Frau, die auf der indonesischen Insel lebte. Zehn weitere Deutsche wurden verletzt, sechs von ihnen mittlerweile nach Australien ausgeflogen. Die anderen vier hätten inzwischen aus der ärztlichen Behandlung entlassen werden können, sagte der Sprecher.

Indonesiens Gesundheitsminister Achmad Suyudi besuchte unterdessen die Krankenhäuser in den Regionen Nusa Dua und Sanur, um nach Kühlmöglichkeiten zu suchen, in den die Leichen der Anschlagsopfer untergebracht werden können. Denn Mitarbeiter des Sanglah General Hospitals, dem größten Krankenhaus auf Bali, berichteten, dass dortige Leichenschauhaus könne nur zehn Tote aufnehmen. Australien und Großbritannien haben mittlerweile insgesamt sechs Kühlbehälter geschickt. Mit ihrem Eintreffen wird am Nachmittag gerechnet.

Bei dem Attentat im "Sari Club“ in Kuta Beach waren überwiegend australische Urlaubsgäste ums Leben gekommen. Der Führer der indonesischen Organisation Jemaah Islamiyah, Abu Bakar Bashir, wies jegliche Verbindung zu den Anschlägen zurück. Es handle sich um das Werk ausländischer Terroristen, sagte Bashir in einem Interview mit dem Rundfunksender al-Shinta in Jakarta. Indirekt beschuldigte er die USA, in das Attentat verwickelt zu sein: "Die amerikanische Regierung wird alles tun, um ihr Ziel zu erreichen." Es sei kein Geheimnis, dass die USA den Islam schwächen müssten, da sie ihn als den Feind ihrer Zivilisation betrachteten. Jemaah Islamiyah werden Kontakte zum Terrornetzwerk al-Qaida von Osama Bin Laden vorgeworfen.

Der Terrorismus-Experte Rolf Tophoven hält unterdessen weitere Anschläge auf Urlaubsorte für möglich. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass in allen Ländern, auch in exotischen Urlaubsparadiesen, die militante Islamisten beherbergen, solche Anschläge künftig passieren können, weil nach den Vorstellungen dieser Islamisten ... alles Westliche von Übel und ein Import des großen Satan ist“, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin“.

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