Terrorbekämpfung: Britische Polizei stürmt Moschee - DER SPIEGEL
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Terrorbekämpfung Britische Polizei stürmt Moschee

Rund zwei Wochen nach dem Fund des Atemgifts Rizin in London hat die britische Polizei jetzt eine Moschee in Finsbury Park gestürmt, die als Treffpunkt von Islamisten gilt. Im Visier hatten die Ermittler offenbar vor allem den Prediger und Bin-Laden-Sympathisanten Abu Hamza.
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London - Nach Angaben von Scotland Yard stand die Aktion in Verbindung mit dem Rizin-Fund. Vier Algerier, die dabei festgenommen worden waren und inzwischen als Terroristen angeklagt sind, hatten die Moschee regelmäßig besucht. Augenzeugen berichteten von etwa 50 Polizisten in Kampfanzügen und mindestens einem Hubschrauber. Zwei benachbarte Häuser wurden ebenfalls durchsucht. Die Festgenommenen wurden zu einer Polizeiwache in London gebracht, teilte ein Sprecher von Scotland Yard mit.

Die Nordlondoner Zentralmoschee Finsbury Park gilt seit Jahren als Sammelpunkt extremistischer Moslems. Im Mittelpunkt dieser Kreise steht nach Erkenntnissen der britischen Polizei der Geistliche Abu Hamza. Ob dieser am Montag auch festgenommen wurde, war zunächst unklar. Der gebürtige Ägypter ist der bekannteste islamische Extremist Großbritanniens. Als Kämpfer gegen die sowjetischen Besatzer Afghanistans verlor er in den achtziger Jahren beide Hände und ein Auge durch eine Mine. Danach ging er nach London und übernahm dort nach und nach die Führung der Finsbury Park-Moschee, einer der größten der Stadt.

In seinen Predigten unterstützte er offen die Taliban und bekundete Sympathien für Osama Bin Laden und dessen Terror-Netz al-Qaida. Noch in der vergangenen Woche äußerte er Verständnis für den Algerier, der in Manchester einen britischen Polizisten erstochen hatte.

Seit langem hatten Teile der britischen Presse ein härteres Vorgehen gehen Abu Hamza verlangt. Doch da dieser die britische Staatsbürgerschaft besitzt, konnte er nicht abgeschoben werden. Außerdem achtete er darauf, in seinen Predigten eine gewisse Grenze nicht zu überschreiten, um sich nicht strafbar zu machen. Innenminister David Blunkett hatte jedoch nach dem Polizistenmord in Manchester ein härteres Vorgehen gegen islamische Extremisten angekündigt.