Terrordrohung CIA hält jüngstes al-Qaida-Tonband für echt
Washington - Bei dem Sprecher handele es sich allem Anschein nach um Ajman al-Sawahri, den mutmaßlichen Stellvertreter Osama bin Ladens, erklärte ein CIA-Beamter am Montag in Washington. Dies hätten technische Analysen des Bandes ergeben.
In der Aufnahme, die am Sonntag erstmals vom Fernsehsender al-Arabija veröffentlicht wurde, schwört der Sprecher den USA Rache, falls den Gefangenen auf Guantanamo Leid zugefügt werden sollte. Er bezog sich dabei auf die Ankündigung von Militärgerichtsverfahren, die mit Todesurteilen enden könnten.
Alle, die die Häftlinge an Amerika ausgeliefert hätten, würden ebenfalls einen hohen Preis zahlen. US-Justizminister John Ashcroft hatte daraufhin vor der "sehr realen" Gefahr weiterer Terrorakte gewarnt. Aus Furcht vor Anschlägen schränkten die USA den visafreien Transitverkehr über ihre Flughäfen ein.
Der Zeitpunkt der Tonbandaufnahme war laut CIA nicht feststellbar. Der Bezug auf die Guantanamo-Prozesse lasse jedoch darauf schließen, dass das Band innerhalb des letzten Monats erstellt worden sei. Der Aufenthaltsort al-Sawahris blieb weiterhin unbekannt. Die USA vermuten ihn ebenso wie Bin Laden, dessen Name auf dem Band nicht erwähnt wurde, im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan.
Auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba werden seit fast zwei Jahren rund 660 Gefangene aus 42 Ländern festgehalten. Ihnen werden Verbindungen zu al-Kaida und zum gestürzten Taliban-Regime in Afghanistan zur Last gelegt. Die geplanten Prozesse werden außerhalb der US-Justiz und verfassungsrechtlicher Garantien geführt, was Kritik von Anwälten und Menschenrechtsorganisationen hervorgerufen hat.