Terrorerinnerungen: "Fallende Frau" schockiert New Yorker - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Terrorerinnerungen "Fallende Frau" schockiert New Yorker

Das wollten die New Yorker dann doch nicht sehen: Nur wenige Tage war eine lebensgroße Skulptur einer fallenden Frau im Rockefeller Center ausgestellt, jetzt ist die Figur wieder verhüllt worden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Werk des bekannten Bildhauers Eric Fischl zeigt eine Nackte, Arme und Füße nach oben gereckt, wie bei einem Rückwärtssalto. Es sollte an diejenigen erinnern, die am 11. September 2001 aus dem brennenden World Trade Center in den Tod sprangen. Doch die Skulptur erschien den Besuchern und Angestellten im Rockefeller allzu realistisch, und damit zu geschmacklos. Das war mehr, als sie ertragen wollten. Bis Montag sollte die Ausstellung dauern, nun wird die Skulptur vorzeitig abgeräumt.

Vor gut einer Woche wurde die Frau aufgebaut, in der unteren Ebene, ganz in der Nähe der Skatingbahn, wo Touristen und Büroarbeiter ihre Runden drehen. Sehr schnell gab es die ersten Beschwerden: Würdelos, unangemessen, verstörend, hieß es. "Ich habe im Trade Center gearbeitet und kannte viele Leute bei Cantor Fitzgerald", zitiert die "Globe and Mail" einen Kritiker.

Cantor Fitzgerald war die Firma, die die meisten Angestellten verloren hat, mehrere davon durch Todessprünge. Bildhauer Fischl ließ mitteilen, sein Werk habe niemanden verletzen sollen. "Tumbling Woman", so der Name der Skulptur, sei aus Mitgefühl entstanden und symbolisiere die Verletzlichkeit des Menschen.

Mehr lesen über