Terrorfahndung Mutmaßlicher Attentäter von Bali gefasst
Jakarta - Einer der Attentäter, die am 12. Oktober einen Sprengsatz vor einem Nachtclub auf der Ferieninsel Bali gezündet haben, ist offenbar gefasst worden. Wie der indonesische Polizeichef Da'i Bachtiar erklärte, hat der Mann namens Amrozi zugegeben, er sei der Besitzer des Lieferwagens gewesen, in dem die Bombe deponiert worden sei. Er habe den Wagen gezielt zu dem Attentat benutzt. Nach dem Geständnis des Festgenommenen sucht die Polizei nun nach den Komplizen.
Amrozi war am Dienstag in einer islamischen Internatsschule auf Java festgenommen worden. Dort war er laut Aussage des Schulleiters nicht als Student eingeschrieben, jedoch häufiger Gast, unter anderem, um eine Rede von Abu Bakar Bashir zu hören. Bashir ist der geistliche Führer der extremistischen Muslimenorganisation Jemaah Islamiyah, die von den USA und Australien als Drahtzieher des Bombenanschlags verdächtigt wird.
Laut CNN soll al-Qaida sich auf einer Website zu dem Anschlag bekannt haben. Die Organisation habe Bombenangriffe auf "Nachtclubs und Bordelle" in Indonesien verübt, heißt es dort. Diese Angriffe hätten ebenso wie die Anschläge auf eine Synagoge in Tunesien, auf zwei Schiffe vor Jemen und auf amerikanische Soldaten in Kuwait zeigen sollen, dass al-Qaida "keine Bedenken hat, innerhalb arabischer oder islamischer Regionen zuzuschlagen".
Al-Qaida habe die Webseite schon in der Vergangenheit benutzt, um sich zu Anschlägen zu bekennen, darunter den auf die Synagoge der tunesischen Ferieninsel Djerba, berichtet CNN. Offizielle Bestätigungen über den Wahrheitsgehalt der Meldung gibt es jedoch nicht.
Bei dem Anschlag im balinesischen Ferienort Kuta im Oktober waren 190 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. Die meisten Opfer waren Urlauber gewesen. Auch sechs Deutsche starben bei der Explosion.