Terrorismus: Bin Laden wollte Asyl in Großbritannien - DER SPIEGEL
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Terrorismus Bin Laden wollte Asyl in Großbritannien

Heute gilt London als eines der Topziele für Qaida-Terroristen. Vor zehn Jahren jedoch zog Terrorfürst Osama Bin Laden die Stadt noch als Zufluchtsstätte in Erwägung. Das Vorhaben scheiterte jedoch, bevor Bin Laden einen Asylantrag stellen konnte.
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London - Ende 1995 habe Bin Laden einen seiner Gefolgsleute in London mit der Sondierung der Lage beauftragt, berichtet die britische Zeitung "The Times". Der Mann, Khaled al-Fawwaz, sollte herausfinden, wie gut die Chancen seien, dass Bin Laden in Großbritannien aufgenommen werden könnte. Die Bemühungen des Getreuen erregten dem Bericht zufolge allerdings den Verdacht der Behörden.

Vor zehn Jahren war noch nicht viel über Bin Laden bekannt, die britischen Zeitungen schrieben selten über ihn. Er hielt sich im Sudan im Exil auf, nachdem er aus Afghanistan hatte fliehen müssen. Geheimdienstangaben zufolge wurde es Bin Laden zu gefährlich im Sudan, immer wieder gab es Gerüchte, man wolle ihn ausweisen. "Eigentlich wusste ich nicht viel über ihn", sagte der damalige britische Innenminister Michael Howard der "Times". Man habe seine Bemühungen aber ernst genommen und reagiert.

Der Qaida-Chef konnte keinen Antrag auf Asyl stellen, weil Beamte des Innenministeriums auf sein Vorhaben aufmerksam wurden und Howard informierten. Der Minister gab sofort eine Sperre für Bin Laden heraus.

1995 hatte Bin Laden bereits ein geheimes Terrorcamp organisiert, in dem darüber referiert wurde, wie man Flugzeuge als Bomben einsetzen kann. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auch schon einen Teil seines Vermögens nach London überwiesen, um dort und in ganz Europa den Aufbau von Terrorzellen zu unterstützen. Er hatte schon mehrere Anschläge auf US-Militärbasen veranlasst und Attentate auf Papst Johannes Paul II. sowie den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton geplant. Erst 1998 wurde er auf die Fahndungsliste der US-Bundespolizei FBI gesetzt.