Terrorismus Drei Bombenexplosionen erschüttern Athen
Athen - Wenige Minuten vor den Anschlägen war ein anonymer Anruf bei der Athener Zeitung "Eleftherotypia" eingegangen, mit dem vor den Explosionen gewarnt wurde. Daraufhin wurde die Polizeiwache im Stadtteil Kallithea evakuiert, berichtete heute das staatliche griechische Fernsehen.
"Die beiden ersten Explosionen ereigneten sich innerhalb von fünf Minuten", sagte ein Polizeisprecher. "Die dritte Explosion folgte eine halbe Stunde später, als sich Sprengstoffexperten noch um die Bombe kümmerten." Die Sprengsätze explodierten an der Rückseite des Gebäudes. "Der Anrufer hat der Polizei nur zehn Minuten Zeit gegeben, die Bomben zu finden." Ein Polizist habe den Experten bei der Suche nach den Bomben geholfen und sei durch die dritte Detonation leicht verletzt worden.
"Die Polizei nimmt den Vorfall sehr ernst, es sind nur noch drei Monate, bis die Spiele beginnen", sagte der Sprecher. "Dass drei raffinierte Zeitbomben vor der Polizeiwache explodiert sind, ist schwerwiegend genug." Diese Anschläge seien "viel bedeutender als die üblichen relativ harmlosen Anschläge mit Haushalts-Gasflaschen, die kleinere Gruppierungen in Athen bislang hin und wieder verübt haben", sagte ein Polizeioffizier. "Diesmal haben die Täter Dynamit verwendet", sagte er.
Die Polizei geht davon aus, dass die Anschläge von anarchistischen Kreisen verübt wurden, die sich gegen die Austragung der Olympischen Spiele von Athen wenden. Das Internationale Olympische Komitee erklärte hingegen, die Tat stehe offensichtlich nicht im Zusammenhang mit den Spielen. Dennoch werde es die Situation weiter genau beobachten.
In der Nähe des betroffenen Stadtteils Kallithea liegen zahlreiche Luxushotels, in denen Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und Begleiter der Athleten im Sommer untergebracht werden sollen. Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele findet in 100 Tagen am 13. August statt.
Weltweit sind die Befürchtungen groß, dass die Olympischen Spiele Ziel eines Anschlags werden könnten. Griechenland gibt die Rekordsumme von 650 Millionen Euro für die Sicherheit der Spiele aus. Mehr als 50.000 Sicherheitskräfte sollen während der gut zwei Wochen im Einsatz ein. Das Land hat zudem die Nato um Unterstützung gebeten: So sollen unter anderem Flugzeuge und Schiffe des Bündnisses patrouillieren.