Terrorismus: Raketenangriffe auf Passagierjets befürchtet - DER SPIEGEL
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Terrorismus Raketenangriffe auf Passagierjets befürchtet

Die US-Regierung befürchtet, dass Terroristen Passagierflugzeuge mit Stinger-Raketen abschießen könnten. Experten halten solche Attacken auch in Europa für möglich, berichtet die "New York Times".
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Washington - Nur wenige Meter trennten die 261 Passagiere des Arkia-Fluges IZ 582 am 29. November 2002 vom Tod: Terroristen hatten in Mombasa zwei tragbare russische "Strela"-Boden-Luft-Raketen auf die Chartermaschine abgefeuert, das Flugzeug wurde nur leicht erschüttert.

Nun haben US-Experten offenbar Befürchtungen, dass sich ähnliche Attentate wiederholen könnten. Die "New York Times" berichtet, Sicherheitsexperten seien zur Überprüfung großer Flughäfen in Europa und in andere Teile der Welt entsandt worden. Die Fachleute sollen prüfen, wie Flughäfen, die von amerikanischen Airlines angeflogen werden, gesichert werden können.

Unter anderem würde die Umgebung der Flughäfen von Bagdad, Athen, Istanbul, Manila sowie einiger anderer großer Städte auf geeignete Verstecke für Terroristen überprüft. Während die USA im Irak Angriffe mit Raketen auf militärische Flugzeuge durch Anhänger des Saddam-Regimes fürchten, konzentriert sich die Sorge im Rest der Welt auf Anschläge des Terrornetzwerks al-Qaida.

US-Geheimdienste gehen davon aus, dass die Terrororganisation Osama Bin Ladens Dutzende schultergestützte Raketen hat. Nach Angaben des Blattes hat die Regierung mehrere große Unternehmen beauftragt, nach Wegen zu suchen, Passagierflugzeuge mit Raketenabwehrsystemen auszustatten.

Bislang sind in der zivilen Luftfahrt solche Systeme nicht üblich. Regierungsflugzeuge wie die Air Force One oder die Kanzler-Maschine sind mit solchen Systemen ausgestattet. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat bereits eine Schreck- Erfahrung gemacht: Als er im Mai 2002 von Kabul nach Usbekistan flog, wurde das Abwehrsystem ausgelöst. Zunächst hieß es damals, die Transall-Maschine sei ins Zielradar einer Raketenstellung geraten. Das wurde später jedoch dementiert.

Ein Sprecher der deutschen Luftwaffe erklärte, das Abwehrsystem der Transall könne durch ein Gewitter aktiviert worden sein. Dabei sei es zu einem "Fehlausschuss" von Kartuschen mit Magnesiumleuchtkörpern und Aluminiumtäuschkörpern gekommen. Diese Gegenstände entwickeln Hitze und sollen Raketen von ihrem eigentlichen Ziel ablenken.