Terrorpilot Mohammed Atta machte in Florida den Flugschein
Hamburg - Mindestens zwölf Personen mit arabischen Vornamen haben die vier Flugzeuge am Dienstag in den USA entführt. Die Namen der direkt an den Entführungen beteiligten Terroristen stehen nicht auf den Passagierlisten, die die Fluggesellschaften American Airlines und United Air Lines veröffentlicht haben. Dem "Boston Globe" ging jedoch eine vollständige Liste zu, auf der auch die zwölf Männer mit arabischen Vornamen aufgeführt sind.
Darunter sind nach Angaben der Zeitung Mohammed Atta, 33, Waleed Al-Schehi und Marwan Al-Schehi, zwei Brüder aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Alle drei waren dafür ausgebildet worden, schwere Verkehrsflugzeuge zu fliegen. Alle drei sind nach Angaben des Hamburger Innensenators Olaf Scholz in Hamburg gemeldet und hätten hier bis Mai gelebt. Über die Nationalität Attas gehen die Informationen auseinander. Laut Hamburger Melderegister kommt auch Atta aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach Informationen des "Boston Globe" kommt Atta aus Saudi-Arabien.
Im vergangenen Jahr besuchten Atta und Marwan Al-Schehi eine Flugschule in Florida. Die Ermittler gehen davon aus, dass Atta und Waleed Al-Schehi im Flug 11 von Boston nach Los Angeles saßen. Als sie die Maschine in ihre Gewalt gebracht hatten, steuerten sie das Flugzeug in den Nordturm des World Trade Center in New York.
Die Passagierliste beweist, dass Marwan Al-Schehi an Bord des United-Airline-Fluges 175 war, der ebenfalls vom Logan-Airport in Boston startete, um nach Los Angeles zu fliegen, aber 18 Minuten nach dem ersten Einschlag in den Südturm des WTC stürzte.
Nach Informationen des SPIEGEL ist der mutmaßliche Terrorpilot Mohammed Atta nicht identisch mit einem afghanischen Widerstandskämpfer gleichen Namens, der als Vertrauter Ahmed Schah Massuds, des Führers der afghanischen Anti-Taliban-Bewegung "United Front" (UF), bewaffneten oppositionellen Gruppen im Norden Afghanistans vorstand. Massud war vergangenes Wochenende bei einem Anschlag, für den das Taliban-Regime und Ibn-Ladin-Leuten verantwortlich gemacht werden, vermutlich ums Leben gekommen.