Terrorprozess Angeklagter Mzoudi überraschend frei
Hamburg - Der Vorsitzende Richter Klaus Rühle kündigte am Donnerstag die Aufhebung des Haftbefehls für den 31-jährigen Marokkaner Abdelghani Mzoudi an.
Grund sind neue Aussagen, die wahrscheinlich von dem mutmaßlichen Anschlagsplaner Ramzi Binalshibh stammen, der in US-Gefangenschaft sitzt. Die Aussagen wurden dem Gericht vom Bundeskriminalamt übermittelt. Demnach gehörte Mzoudi nicht zur Hamburger Terrorzelle, die für die Anschläge vom 11. September verantwortlich gemacht wird.
In den Aussagen ist von einer Person die Rede, die erklärt habe, dass nur Binalshibh, und die Todespiloten Mohammed Atta, Marwan al-Shehhi und Ziad Jarrah zur Hamburger Terrorzelle gehörten. Demzufolge haben "diese vier Personen zu keiner Zeit mit anderen über konkrete Operationen oder die Bildung einer terroristischen Zelle im Rahmen des islamistischen Dschihad gesprochen."
Rühle hatte daraufhin erklärt, aufgrund der neuen Lage müsse die Frage der Haftfortdauer geklärt werden.
Bundesanwalt Walter Hemberger hatte nach eigenen Angaben keinen Anlass für die Aufhebung des Haftbefehls gesehen. "Wir gehen davon aus, dass es sich hier um eine Schutzbehauptung des Binalshibh handelt", der versuche, die übrigen Mitglieder der Terrorzelle zu schützen. Schließlich hätten die Ermittlungen bereits ergeben, dass auch der Terror-verdächtige Zakariya Essabar zu der Gruppe gehört habe.