Terrorprozess: US-Zeuge will Motassadeq gezielt entlasten - DER SPIEGEL
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Terrorprozess US-Zeuge will Motassadeq gezielt entlasten

Mit seinen aus den USA übermittelten Statements versucht der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, Ramzi Binalshibh, offenbar, den in Hamburg vor Gericht stehenden Marokkaner Mounir al-Motassadeq gezielt zu entlasten. Ein Vergleich mit früheren Einlassungen Binalshibhs ergibt zahlreiche Widersprüche.
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Hamburg - So hatte der in amerikanischer Haft befindliche Cheflogistiker im November 2002 behauptet, der mittlerweile untergetauchte Zakariya Essabar sei ursprünglich als Todespilot vorgesehen gewesen. In den am vergangenen Mittwoch in das Hamburger Verfahren eingeführten Dokumenten wird Essabar nun als eine jener Personen geschildert, die "kein Wissen über den Operationsplan des 11. Septembers hatten und nicht eingebunden waren".

Auch Motassadeq sei lediglich ein Freund gewesen, der allerdings an "Dschihad-Treffen" teilgenommen habe. Aus ebenfalls neu vorgelegten Aussagen des zweiten Chefplaners, Chalid Scheich Mohammed, ergeben sich zumindest Indizien dafür, dass Motassadeqs Einbindung in das Qaida-Netzwerk stärker war als von ihm bislang eingeräumt. Danach haben er und Scheich Mohammed sich Ende 2000 oder Anfang 2001 in Pakistan getroffen - zu einem Zeitpunkt, als der Scheich bereits im Untergrund lebte und als einer der meistgesuchten Männer der Welt galt.

Das Hanseatische Oberlandesgericht muss nun entscheiden, wie es die schriftlichen Zusammenfassungen der Ermittlungen würdigt. Die Zeugen selbst stellen die Amerikaner weiterhin nicht zur Verfügung.