Terrorverdacht Autobombe explodiert in Stockholms Innenstadt
Tatort in der Stockholmer Innenstadt: Zwei Explosionen innerhalb weniger Minuten
Foto: Marc Femenia/ dpaStockholm - In der schwedischen Hauptstadt haben sich dramatische Szenen abgespielt - die offenbar einen terroristischen Hintergrund haben könnten. Innerhalb weniger Minuten gab es am Samstag in der Stockholmer Innenstadt zwei Explosionen. Ein Mensch kam dabei ums Leben, zwei Verletzte mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Es war nicht klar, bei welcher Detonation sie verwundet wurden.
Nach offiziell unbestätigten Medienberichten fanden Polizeitechniker mehrere Sprengladungen bei dem Toten. Die Onliner der Zeitung "Aftonbladet" berichteten, der Mann habe einen Rucksack mit Sprengstoff getragen. Die Polizei wollte zu diesen Meldungen jedoch nicht Stellung nehmen.
Ein Auto detonierte Polizeiangaben zufolge nahe der belebten Einkaufsstraße Drottninggatan mitten in der Stadt. Wenig später war in der Nähe eine weitere Explosion zu hören gewesen. Noch sei über die Ursache nichts bekannt, sagte Polizeisprecherin Petra Sjolander. Ebenfalls unklar blieb zunächst, ob zwischen beiden Explosionen ein direkter Zusammenhang besteht.
Zuvor hatte die schwedische Nachrichtenagentur TT nach eigenen Angaben eine E-Mail erhalten, in der die Explosionen angekündigt wurden. In angehängten Audiodateien in schwedischer und arabischer Sprache wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters eine Verbindung zu den Mohammed-Karikaturen des Künstlers Lars Vilks und zu der schwedischen Präsenz in Afghanistan hergestellt. Dort ist das Land mit rund 500 Soldaten vertreten.
Laut TT erklärt der Sprecher an das schwedische Volk gerichtet: "Unsere Taten werden für sich sprechen. Solange ihr den Krieg gegen den Islam und die Erniedrigung des Propheten nicht beendet, ebenso wie die Unterstützung für das Schwein Vilks."
Eine schwedische Regionalzeitung hatte 2007 eine Karikatur von Vilks veröffentlicht, die einen Hund mit dem Kopf des Propheten Mohammed zeigt. Seitdem erhält der Künstler immer wieder Morddrohungen.
Ermittlungen am Tatort bis tief in die Nacht
Ein Bombenentschärfungs-Kommando sei zum Unglücksort geschickt worden. Techniker seien mit der Untersuchung bis in die Nacht beschäftigt. Auch ein Roboter würde bei der Untersuchung eingesetzt, hieß es aus Behördenkreisen.
Ein Sprecher der Rettungskräfte berichtete, in dem explodierten Fahrzeug hätten sich Benzinkanister befunden. Auch diese Aussage wurde von den ermittelnden Behörden nicht bestätigt. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AP wurde Augenzeuge der zweiten Explosion: Gabriel Gabiro befand sich in einem Geschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite, die Wucht der Detonation sei noch dort zu spüren gewesen, sagte er.